TODESERFAHRUNGEN AUS DEM JENSEITS

HIC SAPIENTIA EST : QUI HABET INTELLECTUM COMPUTET NUMERUM BESTIAE NUMERUS ENIM HOMINIS EST ET NUMERUS EIUS EST SESCENTI SEXAGINTA SEX

SANCTA ECCLESIA CATHOLICA

 

Todeserfahrungen und Jenseitsberichte

von ehemals klinisch toten Menschen

Dr. Raymond A. Moody veröffentlicht Erfahrungsberichte von 150 Menschen, die klinisch tot gewesen waren, dann aber doch weiterlebten, und nun von ihren Erfahrungen jenseits der Grenze berichten

(Von Dr. Raymond A. Moody)

Aus dem Buch: «Moody / Leben nach dem Tod» (Seite 40 – 49 und 62 – 65)

ISBN 3-499-60921-5 Rowohlt Taschenbuch Verlag

Wenn der Geist (die Seele) den Leib verlässt

Es ist ein Gemeinplatz, dass die Mehrheit von uns sich die meiste Zeit mit ihrem physischen Körper identifiziert. Natürlich räumen wir ein, auch noch einen «Geist» zu besitzen. Für die meisten scheint der «Geist» jedoch viel vergänglicher zu sein als der Körper, ist er doch am Ende womöglich nichts weiter als die Folge der elektrischen und chemischen Vorgänge, die sich im Gehirn, also einem Teil des stofflichen Körpers, abspielen. Viele Menschen finden es unmöglich, sich auch nur vorzustellen, auf irgendeine andere Weise zu existieren als in dem physischen Körper, der ihnen vertraut ist.

Im Hinblick auf diese Einstellung unterscheiden sich die von mir Befragten in der Zeit vor ihrem Erlebnis keineswegs vom Durchschnitt der Menschen. Daran mag es liegen, dass sich der Sterbende nach seinem raschen Durchgang durch den dunklen Tunnel oftmals einer so gewaltigen Überraschung gegenübersteht, kommt es ihm in diesem Augenblick zu Bewusstsein, dass er seinen eigenen physischen Körper von außen erblickt – ganz so, als wäre er ein «Zuschauer» oder «eine weitere im Raum anwesende Person», oder als erlebte er Gestalten und Geschehnisse «in einem Theaterstück auf der Bühne» oder «in einem Film» mit. Wir wollen nun Abschnitte aus Berichten betrachten, in denen von solchen rätselhaften Aufenthalten im Zustand der Körperlosigkeit (oder eigentlich besser: «Ausleibigkeit») die Rede ist.

«Als ich siebzehn war, arbeitete ich zusammen mit meinem Bruder in einem Vergnügungspark. Eines Nachmittags beschlossen wir, schwimmen zu gehen, und eine ganze Reihe anderer junger Leute schloss sich uns an. Einer rief: ‹Auf geht’s, schwimmen wir über den See!› Das hatte ich zwar schon unzählige Male gemacht, aber an diesem Tag – warum, weiß ich nicht – ging ich fast in der Mitte des Sees unter … Ich trudelte immer auf und nieder, und dann hatte ich auf einmal das Gefühl, als ob ich mich in einiger Entfernung von meinem Körper befände, abseits auch von anderen, in einem Bereich ganz für mich. Obwohl ich mich beständig auf der gleichen Höhe hielt, sah ich meinen Körper etwa einen Meter vor mir im Wasser auf und nieder taumeln. Ich sah ihn von hinten, ein bisschen von schräg rechts her. Ich hatte immer noch den Eindruck, eine ganze Körpergestalt zu besitzen, obwohl ich mich doch außerhalb meines Körpers befand. Ein fast unbeschreibliches Gefühl der Leichtigkeit erfüllte mich; kam mir vor wie eine Feder.»

Eine Frau ruft sich ins Gedächtnis zurück:

«Ungefähr vor einem Jahr wurde ich wegen Herzbeschwerden ins Krankenhaus eingeliefert. Als ich am nächsten Morgen im Krankenhaus im Bett lag, spürte ich auf einmal einen sehr heftigen Schmerz in der Brust. Ich drückte auf den Knopf neben dem Bett, um die Schwestern zu rufen, und sie kamen herbei und begannen, sich um mich zu kümmern. Da ich es auf dem Rücken kaum aushalten konnte, drehte ich mich herum, und dabei stockte mir der Atem, und der Herzschlag blieb weg. Im selben Augenblick hörte ich die Schwestern rufen: ‹Herzstillstand!› Ich fühlte, wie ich aus meinem Körper austrat und zwischen Matratze und Seitengitter des Bettes hinabglitt – es kam mir eigentlich eher so vor, als ob ich mich durch das Gitter hindurchbewegte – bis ich am Boden ankam. Und von da an stieg ich ganz langsam in die Höhe. Während des Emporsteigens sah ich immer mehr Schwestern ins Zimmer gelaufen kommen, es müssen wohl etwa ein Dutzend gewesen sein. Sie riefen meinen Arzt, der sich gerade auf seiner Runde durchs Krankenhaus befand, und auch ihn sah ich hereinkommen. Ich dachte: ‹Was will er eigentlich hier?› Ich wurde immer weiter hinaufgetrieben, an der Lampe vorbei – ich sah ganz deutlich von der Seite -, bis ich unter der Decke zum Stillstand kam; dort oben schwebend blickte ich hinunter. Fast kam ich mir vor wie ein Stück Papier, das zur Decke hochgeblasen wurde.

Von da oben sah ich zu, wie man mich wieder belebte! Klar und deutlich bot sich mir mein Körper dar, wie er da unten ausgestreckt auf dem Bett lag, um das sie alle herumstanden. Eine Krankenschwester hörte ich sagen: ‹O Gott, sie ist tot!›, während eine andere sich hinunterbeugte, um mir Mund-zu-Mund-Beatmung zu geben. Dabei blickte ich ihr auf den Hinterkopf, auf ihr ziemlich kurz geschnittenes Haar. Den Anblick werde ich nie vergessen. Und dann kamen sie mit ihrer Maschine an, und ich sah, wie sie mir die Elektroden auf die Brust setzten. Als sie mir den Schock gaben, konnte ich sehen, wie mein Körper förmlich vom Bett in die Höhe schnellte, und ich hörte sämtliche Knochen darin knacken und rucken. Das war wirklich furchtbar!

Als ich sie da unten auf meinem Brustkorb klopfen und meine Arme und Beine reiben sah, dachte ich: ‹Warum geben sie sich bloß so viel Mühe, wo es mir doch jetzt so gut geht!›»

Ein junger Zeuge erklärt:

«Es war vor etwa zwei Jahren, als ich gerade neunzehn geworden war. Ich fuhr einen Freund mit dem Wagen nach Hause. Als ich an diese eine Kreuzung da in der Innenstadt kam, fuhr ich langsam und schaute nach rechts und links, konnte aber absolut nichts kommen sehen. Ich fuhr also weiter, doch da hörte ich meinen Freund schon gellend schreien und sah dann sofort ein blendendes Licht – die Scheinwerfer des Wagens, der auf uns zugerast kam. Ich hörte ein ganz fürchterliches Krachen – als der Wagen an der Seite eingedrückt wurde -, und dann kam ein kurzer Augenblick, in dem mir schien, als ob ich mich durch Dunkelheit, einen dunklen geschlossenen Raum, hindurchbewegte. Das ging alles sehr rasch. Und dann auf einmal schwebte ich offenbar über der Erde, vielleicht eineinhalb Meter vom Boden und etwa fünf Meter vom Auto entfernt, würde ich sagen, und da hörte ich gerade noch das Echo des Zusammenstoßes langsam verhallen. Ich sah zu, wie jetzt von allen Seiten Leute herbeigelaufen kamen und sich um den Wagen sammelten und wie mein Freund ausstieg, offensichtlich noch im Schock. In den Trümmern inmitten all dieser Leute erblickte ich meinen eigenen Körper und beobachtete, wie sie ihn herauszuziehen versuchten. Meine Beine waren völlig verrenkt, und alles war voll Blut.»

Wie man sich unschwer vorstellen kann, steigen in den Menschen, die sich in einer solchen außerordentlichen Lage befinden, ungekannte Gedanken und Gefühle auf. Die Vorstellung, außerhalb seines eigenen Körpers zu existieren, ist für viele so unerhört, dass sich ihnen – sogar, während sie genau das erleben – die Begriffe verwirren und sie die ablaufenden Geschehnisse für geraume Zeit überhaupt nicht mit dem Tod in Zusammenhang bringen. Sie wundern sich bloß, was den eigentlich mit ihnen geschieht: Warum können sie sich selbst auf einmal wie ein Zuschauer aus der Entfernung betrachten?

Die emotionalen Reaktionen auf diesen seltsamen Zustand sind alles andere als einheitlich. Wie die meisten berichten, besteht zunächst beim Sterbenden der verzweifelte Drang, wieder in seinen Körper zurückzukehren, doch kann er sich überhaupt nicht vorstellen, wie das zu bewerkstelligen sei. Andere erinnern sich, von heftiger, fast panischer Furcht ergriffen worden zu sein. Einige Betroffene erwähnen jedoch auch positivere Reaktionen auf ihren Zustand, wie etwa im folgenden Bericht:

«Ich wurde sehr schwer krank, und der Arzt überwies mich ins Krankenhaus. Eines Morgens umhüllte mich ein dichter grauer Nebel, und ich verließ meinen Körper. Ich hatte das Gefühl des Schwebens, als ich mich aus meinem Körper herausgleiten fühlte; ich schaute zurück und sah mich selbst da unten auf dem Bett liegen – und ich war ganz ohne Furcht. Alles ging sehr ruhig vor sich, sehr friedlich und heiter. Ich war kein bisschen verwirrt oder erschreckt. Angst empfand ich überhaupt nicht, nur das Gefühl großer Gelassenheit gegenüber allem, was geschah. Vielleicht würde ich sterben, soviel wusste ich, und auch, dass es mit mir aus und ich tot sein würde, falls ich nicht wieder in meinen Körper zurückgelangen könnte.»

Nicht minder augenfällige Unterschiede ergeben sich bei der Haltung, die die einzelnen Menschen ihrem zurückgelassenen Körper gegenüber einnehmen. Das Häufigste ist, dass ein Mensch von Gefühlen der Anteilnahme seinem Körper gegenüber berichtet. Eine junge Frau, die zur Zeit ihres Erlebnisses Schwesternschülerin war, bringt eine verständliche Furcht zum Ausdruck:

«Das ist schon irgendwie komisch, das weiß ich wohl – aber in der Schwesternausbildung hat man uns dauernd einzuhämmern versucht, dass wir unseren Körper doch ja der Wissenschaft zur Verfügung stellen sollten. Nun, also die ganze Zeit über, als man versuchte, meine Atmung wieder in Gang zu bringen, habe ich in einem fort gedacht: ‹Das möchte ich aber nicht haben, dass später jemand an diesem Körper da herumpräpariert!›»

Von zwei anderen Menschen habe ich gehört, dass auch sie – als sie sich außerhalb ihres Körpers wieder fanden – von der gleichen Sorge erfüllt waren. Interessanterweise waren beide auch in Heilberufen tätig, in einen Fall als Arzt, im anderen als Krankenschwester.

In einem anderen Fall äußerte sich die Anteilnahme als schmerzliches Bedauern. Ein Mann, bei dem nach einem schweren Sturz der Herzschlag ausgesetzt hatte, erinnert sich:

«Einmal – also, ich lag da auf dem Bett, aber zugleich konnte ich tatsächlich das Bett sehen und auch den Arzt, wie er sich um mich bemühte. Ich verstand das alles überhaupt nicht, aber ich sah meinen eigenen Körper auf dem Bett liegen – und da tat es mir richtig weh, als ich auf meinen Körper schaute und sah, wie schlimm er zugerichtet war.»

Von verschiedenen Beteiligten wurde mir berichtet, dass sie ihrem Körper ganz fremd gegenübergestanden hätten. So auch in dieser recht anschaulichen Passage:

«Dass ich so aussehe – Mann, nie im Leben hätte ich das gedacht! Wissen Sie, normalerweise kenne ich mich nur von Bildern her oder von vorne im Spiegel, und da sehe ich natürlich ganz flach aus. Aber auf einmal lag ich – oder vielmehr mein Körper – da vor mir, und ich konnte ihn mir besehen. Ich konnte ihn deutlich sehen, ganz genau, etwa eineinhalb Meter vor mir! Es dauerte tatsächlich ein Weilchen, bevor ich mich selbst erkannte.»

In einem der von mir gesammelten Berichte taucht das Gefühl der Fremdheit in ziemlich extremer und humorvoller Form auf. Ein Mann, Arzt von Beruf, erzählt, wie er sich während seines klinischen «Todes» neben dem Bett aufhielt und seinen eigenen Leichnam betrachtete, der sich inzwischen schon zu dem aschgrauen Ton verfärbt hatte, den der menschliche Körper nach dem Tode annimmt. Hoffnungslos verwirrt, überlegte er fieberhaft hin und her, was zu tun sei. Versuchsweise beschloss er, sich einfach davonzumachen, da er sich äußerst unbehaglich fühlte. Als er ein kleiner Junge gewesen war, hatte sein Großvater ihm immer Gespenstergeschichten erzählt, und noch heute hatte er sinnigerweise «… überhaupt keine Lust, mich in der Nähe von diesem Ding da aufzuhalten, das aussah wie eine Leiche – selbst wenn es meine eigene Leiche war!»

Im Gegensatz dazu haben manche jedoch erwähnt, dass sie ihrem Körper keinerlei besondere Gefühle entgegengebracht hätten. So zum Beispiel auch eine Frau, die einen Herzanfall erlitten hatte und sicher geglaubt hatte, dass sie daran sterben würde. Sie hatte das Gefühl, durch einen langen dunklen Raum aus ihrem Körper herausgezogen zu werden und sich ohne Zögern davonzubewegen. In ihren Worten: 

«Ich blickte überhaupt nicht zu meinem Körper zurück. O ja, sicherlich war mir klar, dass er da lag, dass ich ihn ohne weiteres hätte sehen können. Aber ich verspürte nicht den geringsten Wunsch danach, wusste ich doch, dass ich in meinem Leben mein Bestes gegeben hatte – deshalb wandte ich meine Aufmerksamkeit jetzt ganz dieser Sphäre zu. Mich zu meinem Körper umzudrehen, so schien es mir jedenfalls, hieße, sich zur Vergangenheit zurückzuwenden; ich war jedoch fest entschlossen, das zu vermeiden.»

Entsprechend äußert sich ein Mädchen, dessen Erlebnis der Ausleibigkeit nach einem schweren Autounfall stattgefunden hatte, bei dem sie ernste Verletzungen davontrug:

«Da im Wagen, inmitten all der Leute, die sich ringsum angesammelt hatten, konnte ich meinen vollständig zusammengequetschten Körper sehen – aber wissen Sie, sein Anblick löste keinerlei Gefühle in mir aus. Irgendwie war er für mich jetzt der Körper eines ganz anderen Menschen, vielleicht auch nur ein bloßer Gegenstand … Zwar wusste ich, dass das mein Körper war – aber er ließ mich vollkommen gleichgültig.»

Der Übergang in die Ausleibigkeit erfolgte so jählings, dass der Sterbende trotz der Seltsamkeit seines neuen Zustandes zumeist einige Zeit braucht, um die Bedeutung seines Erlebnisses zu erfassen. Er mag sich gut und gern schon geraume Zeit außerhalb seines Körpers befinden und verzweifelt versuchen, Klarheit in das Erlebte und seine Gedanken zu bringen, bevor er erkennt, dass er stirbt, ja vielleicht sogar schon tot ist.

Wenn sich diese Einsicht schließlich einstellt, kann sie eine gewaltige Wirkung auf die Gefühle des Sterbenden ausüben und überraschende Reaktionen bei ihm hervorbringen. Eine Frau erinnert sich, gedacht zu haben: «Jetzt bin ich tot, o wie schön!»

Ein Mann erklärt, dass ihm auf einmal eingefallen sei: «Das muss jetzt das sein, was man den ‹Tod› nennt.» Selbst wenn es zu dieser Erkenntnis kommt, besteht daneben nicht selten eine Verwirrung, bis hin zur Weigerung, die eigene Situation zu akzeptieren. So ist es beispielsweise einem jungen Mann im Gedächtnis geblieben, dass er über das biblische Versprechen von ‹siebzig Jahren› nachsann und protestierte, er habe doch «gerade erst zwanzig» hinter sich (Anm.: Das Leben dauert siebzig und wenn es hoch kommt achtzig Jahre, das meiste daran ist nur Mühsal und Beschwer. / Psalm). Eine junge Frau stellte diese Gefühlslage eindrucksvoll dar, als sie mir erzählte:

«Ich dachte, jetzt bin ich tot. Nicht, dass ich das bedauert hätte, doch konnte ich einfach nicht darauf kommen, wohin ich denn jetzt eigentlich gehen sollte. Mein Denken und Bewusstsein waren absolut dasselbe wie im Leben, aber ich konnte mir das Ganze einfach nicht erklären. Ich dachte nur in einem fort: ‹Wohin soll ich bloß gehen? Was soll ich denn bloß machen?›, und ‹Mein Gott, ich bin tot! Ich kann es nicht glauben!› Weil man es doch nie wirklich für möglich hält – so scheint es mir jedenfalls -, weil man nie voll und ganz daran glaubt, dass man sterben wird. Das ist doch immer etwas, was nur den anderen passieren kann. Man weiß es zwar schon, aber so richtig tief im Herzen glaubt man’s doch nie … Deshalb entschloss ich mich, erst einmal abzuwarten, bis die ganze Aufregung abgeebbt wäre und man meine Leiche weggeschafft hätte. Dann würde ich versuchen, mir darüber klar zu werden, wohin ich mich von dort aus wenden könnte.»

In einem oder zwei der von mir untersuchten Fälle behaupteten Sterbende, deren Seele, Geist, Bewusstsein (oder wie man es auch immer nennen will) sich von ihrem Körper getrennt hatte, dass sie daraufhin nicht das Gefühl gehabt hätten, sich in einem wie auch immer gearteten Körper aufzuhalten. Sie nahmen sich als «reines» Bewusstsein wahr. Ein Mann berichtet, dass er während seines Erlebnisses den Eindruck gehabt habe, «alles um mich herum sehen zu können – meinen ganzen Körper, so wie er da auf dem Bett lag, eingeschlossen -, ohne selbst Raum einzunehmen», das heißt, als ob er als «Bewusstseinspunkt» existierte. Ein paar andere sagen aus, ihnen sei entfallen, ob sie sich nach dem Verlassen ihres physischen Körpers noch immer in irgendeiner Art von «Körper» befunden hätten, weil das Geschehen rings um sie herum sie so stark in Anspruch genommen habe.

Die überwiegende Mehrzahl meiner Zeugen berichtet jedoch, dass sie sich nach der Loslösung von ihrem physischen Körper in einem anderen Körper wieder gefunden hätten. Damit sind wir auch schon in einem Bereich, der außerordentliche Schwierigkeiten bietet. Dieser «andere Leib» gehört zu den zwei oder drei Aspekten der Todeserfahrung, bei der sich die Unangemessenheit der menschlichen Sprache am hinderlichsten auswirkt. Fast für jeden, der mir von diesem «Leib» erzählen wollte, kam früher oder später ein Punkt, an dem er resignierend feststellen musste: «Ich kann ihn nicht beschreiben» oder wo er mit einer ähnlichen Bemerkung aufgab …

Begegnung mit anderen spirituellen Wesen

Eine ganze Reihe von Menschen hat mir berichtet, dass sie irgendwann im Laufe ihres Sterbeerlebnisses – sei es gleich zu Beginn, sei es erst später, nachdem bereits andere Ereignisse stattgefunden hatten – die Gegenwart anderer spiritueller Wesen in ihrer Nähe wahrgenommen hätten. Diese Wesen seien offensichtlich gekommen, um ihnen den Übergang in den Tod zu erleichtern, oder aber um ihnen – wie in zwei Fällen geschehen – anzukündigen, dass die Zeit zu sterben für sie noch nicht gekommen sei, weshalb sie zu ihrem stofflichen Körper zurückkehren müssten.

«Ich hatte dieses Erlebnis bei der Geburt meines Kindes. Es war eine überaus schwierige Entbindung, bei der ich sehr viel Blut verlor. Der Arzt gab mich schließlich auf und erklärte meinen Angehörigen, ich läge im Sterben. Ich war jedoch die ganze Zeit über hellwach, und genau in dem Augenblick, in dem ich ihn das sagen hörte, hatte ich das Gefühl, aus einer Ohnmacht heraufzukommen. Und da bemerkte ich auf einmal auch die ganzen Menschen, die da in hellen Scharen, wie mir schien, überall an der Zimmerdecke entlangschwebten. Es waren alles Leute, die ich in meinem früheren Leben gekannt hatte, die aber schon vor mir gestorben waren. Ich erblickte meine Großmutter und ein Mädchen, das ich aus meiner Schulzeit kannte, und viele andere Verwandte und Freunde. Ich sah wohl hauptsächlich ihre Gesichter und spürte ihre Gegenwart. Sie machten alle einen fröhlichen Eindruck. Es war ein freudiges Zusammentreffen, und ich hatte das Gefühl, dass sie gekommen seien, um mich zu schützen und zu führen. Fast schien es so, als ob ich nach Hause gekommen wäre und sie mich nun begrüßen und willkommen heißen wollten. Die ganze Zeit über empfand ich alles als leicht und schön. Es war ein wunderbarer und herzerfreuender Augenblick.»

Ein Mann erinnert sich:

«Mehrere Wochen, bevor ich beinahe gestorben wäre, war Bob, ein guter Freund von mir, ums Leben gekommen. In dem Augenblick, als ich nun meinen Körper verließ, hatte ich sofort das Gefühl, dass Bob da war, dass er genau neben mir stand. Innerlich konnte ich ihn sehen, und ich spürte auch, dass er anwesend war – und doch war es merkwürdig. Ich sah ihn nicht in seinem normalen Körper. Ich erkannte ihn ganz deutlich, sein Äußeres und alles, nur eben nicht in seiner physischen Gestalt. Klingt das verständlich? Er war da, aber nicht in seinem stofflichen, sondern in einem irgendwie durchscheinenden Körper – ich konnte jeden Körperteil erahnen, Arme, Beine und so weiter – jedoch richtig plastisch vor mir sehen konnte ich ihn nicht. Damals hielt ich mich nicht weiter damit auf, wie seltsam das war. Ich fand es gar nicht notwendig, ihn jetzt unbedingt mit meinen Augen zu sehen – außerdem hatte ich ja gar keine Augen mehr.

Ich fragte ihn in einem fort: ‹Bob, wohin komme ich denn jetzt? Was ist geschehen? Bin ich schon tot?› Er antwortete jedoch nie, sagte niemals auch nur ein einziges Wort. Aber solange ich im Krankenhaus lag, war er oft bei mir, und ich fragte ihn dann jedes Mal: ‹Was ist denn eigentlich?› - aber nie kam eine Antwort. Von dem Tag an, an dem die Ärzte erklärten, dass ich überleben würde, blieb Bob weg. Ich sah ihn danach nicht wieder, spürte auch seine Gegenwart nicht mehr. Es schien fast, als hätte er abgewartet, ob ich jene letzte Schranke denn auch tatsächlich überschreiten würde, bevor er mit mir sprechen und mir genau erklären wollte, was mit mir geschah.»

In anderen Fällen sind den Sterbenden die spirituellen Wesen, denen sie begegnen, nicht schon aus ihrem Erdendasein bekannt. So berichtet eine Frau, im ausleibigen Zustand nicht nur ihren eigenen durchsichtigen spirituellen Leib, sondern auch den eines anderen, erst kürzlich verstorbenen Menschen erblickt zu haben. Wer dieser Mensch gewesen war, wusste sie nicht. Sie machte jedoch die aufschlussreiche Bemerkung dazu: «Von einem bestimmten Alter oder ähnlichem konnte ich bei diesem Menschen, diesem Geistwesen, nichts erkennen. Und mir selbst fehlte ja auch jegliches Zeitgefühl.»

In ein paar seltenen Fällen sind meine Gesprächspartner zu der Überzeugung gekommen, dass die Wesen, mit denen sie zusammengetroffen sind, ihre «Schutzgeister» waren. Einem Mann wurde von so einem spirituellen Wesen gesagt: «Durch dieses Stadium deiner Existenz habe ich dir geholfen, aber nun muss ich dich anderen übergeben.» Eine Frau erzählte mir, dass sie beim Austritt aus ihrem Körper die Gegenwart zwei anderer spiritueller Wesen entdeckt habe, die sich als ihre «spirituellen Helfer» zu erkennen gegeben hätten.

In zwei sehr ähnlichen Fällen haben mir Menschen mitgeteilt, sie hätten eine Stimme gehört, die ihnen sagte, dass sie noch nicht tot seien und zurückkehren müssten. Wie der eine es ausdrückt:

«Ich hörte eine Stimme – keine menschliche Stimme, es war eher ein Hören jenseits der Sinne -, die mir erklärte, was ich zu tun hätte – zurückkehren –, und ich hatte überhaupt keine Angst davor, mich wieder in meinen physischen Körper zurückzubegeben.»

Schließlich können die spirituellen Wesen auch in mehr ungestalteter Form auftreten: 

«Als ich tot war und mich in jener Leere befand, da sprach ich mit einem anderen Menschen – aber ich könnte dennoch nicht behaupten, dass ich mit Körperwesen gesprochen hätte. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass sich rings um mich Menschen befanden. Ich konnte ihre Gegenwart spüren und fühlen, dass sie sich bewegten, obwohl ich niemals jemanden ‹gesehen› habe. Ich sprach immer wieder einmal mit einem von ihnen, jedoch ohne sie dabei je zu Gesicht zu bekommen. Und jedes Mal, wenn ich fragte, was eigentlich vorgehe, sandte mir einer von ihnen getreulich einen Antwortgedanken zurück: es sei alles in Ordnung, ich stürbe, es würde mir jedoch gut gehen. Deshalb machte ich mir nie Sorgen um meinen Zustand. Auf jede Frage, die ich stellte, bekam ich ausnahmslos eine Antwort. Sie ließen mich nie im unklaren.»

(Anmerkung: Sehr geehrter Leser, auf dieser Website (unten anklicken) gibt es einen außergewöhnlichen und unfassbaren Bericht von Pfarrer Steven Scheier, einem amerikanischen Priester, der nicht nur klinisch tot war, sondern auch von seinem persönlichen Gericht erzählt. Er sagt von sich selbst: “ Meine Aufgabe ist es, allen Menschen und besonders den Priestern zu sagen, dass die Hölle existiert und dass jeder in die Hölle kommen kann!. Ich habe meine Lektion gelernt! Aber ER (Gott) musste mir das Genick brechen und mir mit der ewigen Hölle drohen, um meine Aufmerksamkeit auf IHN zu lenken. Ich würde niemals mehr zu meinem vorherigen Lebenswandel zurückkehren - niemals mehr!”)

 

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- Aus den Wasserhähnen floss Menschenblut... >

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