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Therese von Konnersreuth oder die Herausforderung Satans
(* 08.04.1898 - † 18.09.1962)
Von Wolfgang Johannes Bekh
Aus dem Buch: «Therese von Konnersreuth» (Seite 7 und 179 – 181)
ISBN 3-517-07988-X Cormoran-Verlag
Einleitung
Dieses Buch berichtet von der mystischen Macht des Bösen und vom Kampf Satans mit Gott in den Abgründen der Menschenseele. Es berichtet, von den Wirklichkeiten der Hölle und von den zugelassenen Tücken des Teufels.
Wir erfahren, dass es Spätzeiten katilinarischer (nach dem röm. Verschwörer Catilina) Großstaaten gibt, in denen der Einzelne sich nur durch Unterwerfung unter den Willen des Fürsten der Finsternis am Leben erhält. Wir erfahren, dass in solchen Spätzeiten das Bild des katholischen Priesters als des Spenders himmlischer Geheimnisse (die Sakramente) verdunkelt ist: an der Last seiner Menschlichkeit leidet er und wirkt oft widerwillig in einer Gott hassenden Welt. Wir erfahren aber auch von Priestern, die dem Wüten des Bösen und seiner Söldlinge furchtlos die Stirn bieten.
Am Schicksal des Bauernmädchens Therese Neumann, das in sich drei unerforschliche Zeichen vereinigt – Christi Wundmale [siehe auch auf dieser Website: «Pater Pio, der Heilige mit den Wundmalen Christi»], das Mitleiden der Kreuzigung und jahrzehntelange Nahrungslosigkeit – erfährt ein glaubenslos-zynischer Journalist das Wesen des Christentums, das ihm allerdings ein weit umfassenderes Bekenntnis abverlangt als die Teilnahme an den Sakramenten, nämlich das Blutopfer des Märtyrers. Sein Zeugnis für Christus, das ihm die stigmatisierte Jungfrau (Therese Neumann von Konnersreuth) im Leiden vorlebt, wird ihm auf einem schrecklichen Kalvarienberg von den Folterknechten Satans mit glühenden Zangen aus dem Lebendigen Leib gerissen.
Offen bleibt die Frage, welche Zeichen wir heute aus den Vorgängen um die Stigmatisierte von Konnersreuth lesen können. Sollten es Zeichen sein, die uns begreifen lassen, dass Leid die Welt mit ihrem Schöpfer versöhnen kann? «Nicht in der Blüt’ und Purpurtraub’» ist ja nach einem Worte des Dichters «heilige Kraft allein, es nährt das Leben vom Leide sich und trink auch am Todeskelche sich glücklich.»
Die Herausforderung Satans
Josef Teodorowicz führt eine Stelle aus dem Buch Papst Benedikts XIV (den 14., nicht Ratzinger) «De sevorum Dei» an: «Obwohl der Satan ihr (Teresa von Avila) gewöhnlich auftrug, niemandem etwas davon zu sagen, was er ihr einflüsterte, hörte sie doch immer nur darauf, um den Gehalt ihrer Visionen gelehrten Leuten mitzuteilen.» Hier ist also die Rede davon, dass Therese von Avila ihren geistlichen Führern von den Visionserlebnissen, mit denen der Satan sie versuchte, Mitteilung machte, andere Menschen jedoch nur, wenn der Beichtvater es ihr empfahl.
Der Teufel ist nach christlichem Verständnis ein Engel, allerdings ein von Gott ABGEFALLENER, der versucht, auch den Menschen in die Verderbnis der Gottesferne zu stürzen (in die ewige Hölle). Auf Befragen, ob Therese von Konnersreuth unter den Anfechtungen Satans zu leiden gehabt habe, erläuterte Pfarrer Naber, ihr Seelenführer und Beichtvater: «Besonders zur Faschings- und Kirchweihzeit hat er sie gequält [vgl. auf dieser Website im Fall Anneliese Michel aus Klingenberg, beim Exorzismus, die Aussage über den Fasching!]. Nichts weiter wollte er erreichen, als dass Therese sich vom Leiden absetze, das Mitleiden mit dem Heiland aufkündige. Dann würden alle Betrübnis und alles Schmerzende schwinden. Sie werde dann wieder heiter, lustig und fröhlich sein können wie alle anderen Menschen auch. Therese trat ihm entschieden entgegen und sagte: „Ich will, was der Heiland will, und wenn der Heiland will, dass ich leide, dann leide ich.“ Darauf begann er mit schändlichsten Ausdrücken auf Christus zu schimpfen, nannte ihn sogar einen Hund, der sich nur deswegen habe annageln lassen, damit ihm die Leute nachlaufen. Auch Maria hat er gelästert. Wenn es Therese gar zu arg wurde, hat sie mich rufen lassen und gebeten: „Vertreib ihn!“ Ich griff zu geweihtem Wasser. Darauf ließ er von ihr ab.»
Auf die Frage, wie Therese den Versucher gesehen habe, erwiderte Pfarrer Naber: «Sie hat ihn nicht gesehen, sondern gehört. Einmal freilich hat sie den Sturz der aufrührerischen Engel aus dem Himmel geschaut. Das aber war für sie so ungeheuerlich, so schrecklich gewesen, dass sie den Heiland bat, er möge sie diese Vision nicht mehr erleben lassen, diese Verwandlung der lichten Geister in Geister der Finsternis.»
Um diese Schau in Theresens Wortlaut zu kennen, müssen wir den Ablauf der Geschehnisse noch einmal drei Jahre zurückdrehen.
Michael
Pfarrer Naber hatte am 29. September 1928 in sein Tagebuch geschrieben:
«Heute, am Feste des heiligen Erzengels Michael, schaut Theres die Engelwelt (Jünglingsgestalten aus Licht in lichten weißglänzenden Gewänder), zwölf Erzengel an der Spitze [Anmerkung: sieben + fünf]. Erst sind die Engel noch alle schön und gut und singen – in Brudersphären. Dann entsteht ein Streiten in Mienen, Worten und Gebärden, während etwa der dritte Teil der Engel sich verfinstert und entstellt, darunter der mächtigste Erzengel und vier andere Erzengel [Anmerkung: Im Buch Tobit 12,15 lesen wir: „Ich bin Rafael, einer von den sieben heiligen Engeln, die das Gebet der Heiligen emportragen und mit ihm vor die Majestät des heiligen Gottes treten.“ Die fünf (Luzifer + vier uns nicht bekannte gefallene Engel) haben sich in unseren Tagen das PENTAGRAMM (penta = griech. - fünf [Fünfzackiger Stern des Abgrunds / Drudenfuß] als Zeichen gewählt.)] Nun sammeln sich die lichtgebliebenen und die finster gewordenen Engel in zwei Heerlagern, die unter Führung des mächtigsten Erzengels Luzifer auf der bösen und unter Führung des nächstmächtigen Erzengels Michael auf der guten Seite mit dem Kampfruf ‹MICHAEL› (hebräisch: mi-ha-el = wer ist wie Gott?) auf dieser Seite gegeneinander heftig kämpfen bis die guten Engel die bösen in die Tiefe verdrängt haben. Freudig singen hierauf die siegreichen Engel: „Kadosch, kadosch, kadosch!“ (hebräisch: heilig).»
Gerlich, [Anmerkung: Fritz Gerlich ist um 1928 Chefredakteur der «Münchner Neuesten Nachrichten», und gründet zum Zweck der Abwehr gegen den Nationalsozialismus 1932 die Zeitung «Der gerade Weg». Er war mit seinen journalistischen Fähigkeiten, der Berichterstatter des Geschehens, und konvertierte auf den Tag genau drei Jahre nach der oben genannten Vision des Engelssturzes, zur katholischen Kirche] der dieser Vision beiwohnte, lässt durch seinen Bericht die Wirkung auf Therese Neumann erkennen. Er bringt Rede und Gegenrede, wie sie sich im Zustand der Eingenommenheit ergaben.
Als Pfarrer Naber sie nach der Schauung anredete, erschrak sie heftig und schrie laut auf. Während der Schauung selbst hatte sie schon stärkste Zeichen von Furcht und Entsetzen, untermischt mit Zorn, gezeigt. Sie erzählte dann [In Mundart! Konnersreuth ist bei Waldsassen in der Nähe der tschechischen Grenze zu Eger / Cheb]: „I hab viele liachte Manner g’sehn, aber nicht den Heiland. Die lichten Manner haben sich nicht vertragen. Die oin san droben bliebn “ – sie zählte auf ihre bekannte Weise sieben – „die andern ham fortgehn müssn “, sie zählte auf die gleiche Weise fünf. „Viele andere liachte Manner sind noch dag’wen, die warn aber net so machtig.“ Neun Chöre Engel sah sie hinter den Erzengeln stehen. „So was hab ich im Leben noch net g’sehen. Da wird dir anders. Das ist was Fürchterliches g’west. G’redt hams so wie der Heiland redt. So hin- und herg’redt ham s’.“ Auf Befragen gab sie an, «ad nai» (adonai: hebräisch: der Herr) gehört zu haben. Dann fuhr sie fort: „Einer, der ärger g’wen is, der hat ang’fangt. Wie der Heiland sei Mutter in’ Himmel g’holt hat, war auch so ein Machterer (Erzengel) dabei. Den mag i. Woißt, den liechten Mô, der zu dem Moidl kemma is.“ (Offenbar meinte Therese den Erzengel Gabriel von Mariä Verkündung.) „Der gehen hat müssen, is bald noch machterer gwen! Wenn i dran denk, fürcht i mi. Nacha hätt i zuschlag’n mögen.“
Befragt, wie der Kampf abgelaufen sei, erklärte Therese: „Sie ham net zug’schlagn. In die Händ hams nix ghabt. Sie ham nur gwinkt, dass die andern gehen mögen. Da möcht i net hin!“[Anm.: Die Hölle?] Auf die Frage, ob sie sprechen oder rufen gehört habe, antwortet sie: „(Micha(el).“ (Wer ist wie Gott) Auf eine weitere Frage sagte sie: „Wie’s fort san, sans dir so worn wie der finster Mô [Anm.: der finstere Mann / Satan], der amal bein Heiland g’wen is.“ (Christi Versuchung durch den Satan.) „Die droben ham g’siegt. Das g’freut mi. Anfangs hams allesamt g’sunga. Wie sie aber unterm Streiten warn, san die oin auf einmal finsterer und schwarz g’wen. Wie die Liechten g’siegt ham, ham sie kadosch immer wieder g’sungen.“ Sie schloss dann: „Mir is ganz angst! Wia ‘s ausg’wen is, war i froh!“ Immer wieder fasst sie ein Grauen, wenn man sie an diese Schauung erinnert, und sie will nichts davon hören. Den obersten der gefallenen Engel nannte sie Samiel (Sammael).
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