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Pater Pio, der Heilige mit den Wundmalen Christi und die Quälereien des Satans
Von Bern Harder
Mystische Erlebnisse
Aus dem Buch: «Pater Pio und die Wunder des Glaubens» (Seite 20 – 22)
ISBN 3-8289-4912-6 Weltbild-Verlag
Bestellmöglichkeit: http://www.weltbild.de
An seinem Körper trug er die Wundmale von Jesus Christus. Zu Lebzeiten belagerten ihn täglich Tausende von Neugierigen. Am 16. Juni 2002 wurde er von Papst Johannes Paul II. heilig gesprochen. Wer war der Kapuzinerpater Pius von Pietrelcina (* 1887 - † 1968), der von den Hoffnung Suchenden verehrt und von Kritikern verhöhnt wurde?
Um Priester zu werden, muss Frater Pio allerdings noch sechs Jahre Theologie und Philosophie studieren. Er wird zur Ausbildung in verschiedene Klöster der Provinz geschickt, nach Pianisi, Venafro, Serra Capriola und Monte Fusco.
Binnen kurzem eilt dem jungen Kapuziner der Ruf eines «Gebet gewordenen Menschen» voraus. Viele Stunden und ganze Nächte verbringt er in stiller Andacht. «In den Büchern suchen wir Gott, im Gebet finden wir ihn», erklärt er immer wieder. «Das Gebet ist der Schlüssel zum Herzen Gottes.» Diese Überzeugung ist es auch, die Frater Pio dazu bewegt, dem geheimnisvollen Willen Gottes stets zuzustimmen.
Denn zugleich beginnen sich mysteriöse Vorfälle um den Ordensmann aus Pietrelcina zu ereignen. Heftige Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Ohnmachts- und Schwächeanfälle sowie plötzliche Krankheiten mit hohen Fieber wechseln mit ebenso überraschenden Genesungen ab. In Venafro lebt Pio, so heißt es, 21 Tage lang nur von der heiligen Eucharistie und erbricht alle anderen Speisen sofort. Die Mitbrüder werden auf geheimnisvolle Geräusche und nächtlichen Kämpfe in Pios Zelle aufmerksam. Morgens habe der junge Kapuziner oft Wunden im Gesicht, blau geschlagene Augen und blutige Flecke am ganzen Körper. Nicht selten findet man Pios Zelle verwüstet, sein Bett umgestülpt, seine Bücher zerrissen, den Stuhl zerbrochen, das Tintenfass ausgegossen und die Tinte an die Wände geschmiert. Gerüchte von Dämonen und Poltergeistern, von Anfechtungen des Bösen und teuflischen Attacken machen bald die Runde in der Gemeinschaft. Und nicht wenige fragen sich: Ist der junge Mitbruder hysterisch? Schizophren? Gar besessen? Oder vielleicht «ein wenig heilig?»
Im Kloster Sant’ Elia a Pianisi lernt Pio den Theologieprofessor Pater Agostino von San Marco in Lamis kennen. Der einfühlsame Gelehrte wird zu seinem langjährigen Beichtvater und Seelenführer. Ihm kann der junge Mönch offen seine mystischen Visionen und Heimsuchungen anvertrauen. «Der Teufel fährt fort, mich zu terrorisieren», bekennt Pio eines Tages. «Er jagt mir Furcht ein, indem er sagt, er müsse mich umbringen. Ob es Jesus erlauben wird? O mein Vater, ich bin bereit zu allem. Aber ich hoffe, dass Jesus ihm nicht die Erlaubnis geben wird.»
Und zu einem anderen Zeitpunkt: «Die vorletzte Nacht habe ich sehr schlecht verbracht. Dieser gemeine Kerl [der Satan] hat gegen zehn Uhr abends, als ich zu Bett ging, bis fünf Uhr morgens nichts anderes getan als mich fortwährend geschlagen. Zahlreich waren die teuflischen Einflüsterungen. Gedanken der Verzweiflung und des Misstrauens gegen Gott … Ich glaube wirklich, dass das die letzte Nacht meines Lebens sei oder dass ich, wenn ich auch nicht sterben würde, den Verstand verlöre. Aber Jesus sei gepriesen, dass sich nichts von dem bewahrheitete. Als dieser üble Kerl um fünf Uhr morgens fortging, bemächtigte sich meiner ganzen Person eine Kälte, dass ich vom Kopf bis zu den Füßen zitterte wie ein Rohr, das dem stürmischen Wind ausgesetzt ist. Es dauerte ein paar Stunden. Es ging Blut durch den Mund ab. Schließlich das Jesuskind, dem ich sagte, dass ich nur seinen Willen tun wolle. Es tröstete mich und ließ mich nach den Leiden der Nacht neuen Mut schöpfen. O Gott, wie schlug mein Herz, wie glühte meine Augen neben diesem himmlischen Kind!»
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