KRESZENTIA HÖSS V. KAUFBEUREN

HIC SAPIENTIA EST : QUI HABET INTELLECTUM COMPUTET NUMERUM BESTIAE NUMERUS ENIM HOMINIS EST ET NUMERUS EIUS EST SESCENTI SEXAGINTA SEX

SANCTA ECCLESIA CATHOLICA

 

Selige Kreszentia Höß von Kaufbeuren

und die dämonischen Plagen

(Von Franz Spirago)

Aus dem Buch: Der Teufel in seinem Wirken (S. 39 – 40)

ISBN 3-929170-74-4

Bestellmöglichkeit Tel.: 08671 – 12015 Altötting

Die selige Kreszentia († 1744) war Nonne im Kloster des III. Ordens des hl. Franziskus zu Kaufbeuren in Bayern. Seit ihrem Eintritt ins Kloster (1703) hatte sie so schreckliche dämonische Plagen auszustehen, dass das ganze Kloster darüber in größte Aufregung geriet. Oft hörten die Nonnen in der Zelle der Höß Peitschenknallen, Pfeifen und Kettengerassel. Der Kreszentia erschienen in ihrer Zelle giftige und ekelhafte Tiere: Eine große Anzahl von Schlangen, Kröten und Spinnen u. dgl. Der Teufel nahm alle möglichen Gestallten an und misshandelte sie durch Schläge. Sie erhielt Schläge ins Gesicht, so dass Nase und Mund bluteten und das Gesicht anschwoll; einmal wurden ihr zwei Zähne eingeschlagen und das Nasenbein verletzt. In der Küche wurden ihr Töpfe und Schüsseln aus der Hand gerissen, zu Boden geworfen und zerschlagen. Das Feuer im Ofen wurde wiederholt ausgelöscht. Einmal wurde ihr in der Küche ein Topf mit kochender Milch aus der Hand gerissen und über den Kopf gegossen, so dass sie am ganzen Leib Brandwunden erlitt. Da Sie im Speisesaal an der Wand saß, wurde nicht selten ihr Kopf so heftig gegen die Mauer geschlagen, dass alle Schwestern erschraken. Es wurde ihr dann von der Oberin ein anderer Ort im Speisesaal angewiesen. Doch auch da kam es zweimal vor, dass sie eine unsichtbare Macht ergriff und mit Blitzesschnelle aus dem Speisesaal hinaustrug, ohne dass ihre Füße den Erdboden berührten. Die Schwestern eilten ihr nach und fanden sie erst nach langem Suchen in einem verstecken Winkel des Hauses; das einemal lag sie in einem großen Haufen von Rüben, das anderemal im Keller eingeklemmt zwischen Holzstücken. Eines Tages wurde sie wie im Fluge über die Treppen hinunter und aus dem Hause hinausgeschleppt zum Bach, der durch eine Ecke des Klosterhofes floss, dort ins Wasser getaucht, dann in den Schnee geworfen und mit Holzstücken zugedeckt. Einige Schwestern eilten ihr nach und fanden sie nach langem Suchen unter den Holzstücken im Schnee liegen; sie lag mit dem Gesicht gegen den schneebedeckten Boden und war ganz erstarrt; ihre Kleider waren zusammengefroren und mit Eis bedeckt. Ein anderesmal fanden sie die Schwestern auf dem Dachboden unter einer schweren Truhe ohnmächtig liegen. Einmal lag sie im Gang unter einem Kasten, worin altes Eisen war. Wenn sie nach Ordensgebrauch kniend den Boden küsste, wurde nicht selten ihr Kopf von einer unsichtbaren Kraft so heftig auf den Boden gestoßen, dass Blut aus Mund und Nase strömte. Diese Misshandlungen geschahen größtenteils vor Augen- und Ohrenzeugen, so dass die Behauptung, sie seien Einbildung gewesen, nicht aufrechterhalten werden kann. Die meisten Nonnen bekamen infolge dieser Vorfälle eine schlechte Meinung von der Dulderin; sie hielten sie nach der Ansicht der damaligen Zeit für eine Hexe, die mit dem Teufel im Bunde steht, oder meinten, sie sei vom Teufel besessen, und gingen ihr scheu aus dem Weg oder machten schnell das Kreuzzeichen, wenn sie ihr begegneten. Und siehe, kein Wort der Klage oder der Verteidigung kam aus dem Munde der Dulderin; ihr Vorbild war Sohn Gottes, der auch bei den schweren Beschuldigungen schwieg. Ja, sie vergalt sogar den ihr übel gesinnten Nonnen Böses mit Gutem, so dass man oft im Kloster die Worte hören konnte: „Wer von Kreszentia hochgeschätzt werden will, der braucht sie nur zu beleidigen.“ (Entnommen der vom Bischof in Paderborn am 8. März 1874 genehmigten Lebensgeschichte der Maria Kreszentia Höß von P. Ignaz Jeiler, Im Verlage Laumann in Dülmen, Seite 77 ff.)

Wenn derartige teuflische Plagen, wie sie hier geschildert wurden, vereinzelt dastünden, könnte man sie vielleicht anzweifeln; doch wir finden in den Lebensgeschichten der Heiligen viele ähnliche und noch auffallendere Vorkommnisse. Der hl. Maria Magdalena von Pazzis, einer Karmeliterin († 1607) hat der Heiland in einer Vision die teuflischen Plagen angekündigt, indem er ihr mitteilte, sie werde in eine Löwengrube geworfen werden. In einer solchen Löwengrube befanden sich viele Heilige oft viele Jahre hindurch; sie waren von Teufeln umsessen.

 

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