KONTAKT ZU VERSTORBENEN?

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SANCTA ECCLESIA CATHOLICA

 

Ist ein direkter Kontakt mit Verstorbenen

möglich?

Der oberste Exorzist der Diözese Rom, Pater Gabriele Amorth, spricht über die Totenbeschwörung

(Von Pater Gabriele Amorth)

Aus dem Buch: «Exorzisten und Psychiater» (Seite 87 – 93)

ISBN 3-7171-1092-6 Christiana-Verlag

Bestellmöglichkeit Tel.: 08671 – 12015 / Altötting

Es besteht ein radikaler Unterschied zwischen dem irdischen Leben und dem Leben in der Ewigkeit. Wir sagten, dass die Seelen der Verstorbenen entweder unmittelbar in das Paradies, in das Fegfeuer oder in die Hölle kommen. Die Offenbarung vermittelt uns hierüber die wesentlichen Aussagen, die wir zu unserem Heil wissen müssen. Glauben heißt nun, diese Aussagen anzunehmen, aber auch sich damit zufrieden zu geben – denn: Wo keine Demut ist, da ist kein Glaube. Deshalb ermahnt uns die Bibel: «Was für dich zu wunderbar ist, das erforsche nicht und was vor dir verhüllt ist, das untersuche nicht» (Jesus Sirach 3,21)! Der Unterschied zwischen diesem und dem jenseitigen Leben ist unbeschreiblich groß. Der hl Paulus spricht aus der Erfahrung, wenn er sich darauf beschränkt zu sagen, dass die menschliche Zunge das Geschaute und Gehörte nicht auszudrücken vermag (Zweiter Brief an die Korinther 12,4).

Die Theologen fragen sich zum Beispiel, ob das Sich-im-Paradies-Befinden ein Zustand, eine Seinsweise oder ein Aufenthalt an einem Ort sei. Die beiden irdischen Dimensionen von Raum und Zeit werden gewiss im jenseitigen Leben nicht mehr die Bedeutung haben wie in diesem. Auch fragen sie sich, ob es für Menschen und Engel weiterhin Grenzen geben werde, da nur Gott allein grenzenlos ist. Ich erwähne noch, dass der Zustand der Verstorbenen und sogar jener der Dämonen bis zum Ende der Welt ein vorläufiger ist. Der Mensch ist aus Seele und Leib gebildet. Diese Vollständigkeit ist durch die Sünde zertrennt worden und hat den Tod mit sich gebracht: «Wenn ihr davon esst, werdet ihr sterben» hatte Gott Adam und Eva gesagt.

Christus hat uns durch seine Auferstehung die Auferstehung des Fleisches verdient. Diese wird freilich, ausgenommen für die hochheilige Maria (weil, von der Erbsünde der Stammeltern, die sich auf jeden Menschen auswirkt ausgenommen, die Muttergottes bereits als erstes und einziges Geschöpf Gottes, mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen wurde), erst am Ende der Welt geschehen. Deshalb ist auch beispielsweise die Seligkeit des hl. Franziskus noch unvollständig. Sie wird erst am Ende der Welt vollständig sei, wenn auch sein Leib mit der Seele zusammen verherrlicht ist.

Sogar für die Dämonen ist der jetzige Zustand ein vorläufiger, obwohl ihre Entscheidung und ihr Schicksal (der Feuersee der dem Satan und seinem Anhang – Anhang = gefallene Engel / Dämonen und Menschen / Verdammte – bereitet ist!) unumkehrbar sind. Der hl. Paulus und der hl. Judas (Thaddäus) sagen hierzu, dass diese im Tartarus (in der Unterwelt) in Erwartung des Gerichts gefesselt sind. Es ist eine Tatsache, dass sie bis zum letzten Tag MACHT haben, ihre teuflische Tätigkeit im Hass gegen Gott und die Menschen auszuüben. Wir stellen fest, dass wir nur stammeln, wenn wir vom Jenseits sprechen. Wir wissen so wenig darüber, dass sogar der hl. Thomas (von Aquin) uns auffordert, die Privatoffenbarungen der Heiligen zu beachten. Dennoch muss ich dies vorausschicken, trotz aller Fragezeichen, die es beinhaltet, um dem, was die Offenbarung aussagt, den höchsten Stellenwert einzuräumen sowie deren Verhaltensmaßregeln. Dabei soll uns das, was wir nicht wissen, nicht allzu sehr verwundern – wir sollen nur auf Gott vertrauen.

Wir sagten bereits, dass der Spiritismus eine wahre Explosion erlebt. Was im 19. Jahrhundert noch eine geradezu bevorzugte Beschäftigung unter Erwachsenen war, wobei man ein Medium einlud, die Verstorbenen heraufzubeschwören, praktizieren heute viele junge Menschen in den meist übrigen von uns aufgezählten Formen. Die Verbreitung ist enorm.

Der Erzbischof von Foggia, Msgr. Casale, der zugleich Vorsitzender des Centro studi delle nuove religioni (= Cesnur) ist, hat in seiner Diözese eine Umfrage durchgeführt. Daraus ging hervor, dass 33 % der Jugendlichen höherer Schulen wenigstens gelegentlich Spiritismus (Totenbeschwörungen) betrieben haben. 17 % davon waren überzeugt, dabei wirklich mit Verstorbenen in Verbindung getreten zu sein.

Auf Grund der Angaben aus anderen Teilen Italiens glaube ich, dass man dieses Ergebnis als allgemein gültig ansehen kann. Wir wollen noch den Umstand erwähnen, dass es mit den neuen technischen Systemen (Tonband, Telefon, Fernsehgerät, Computer, automatischer Schreibweise …) möglich ist, individuell Spiritismus zu betreiben, ohne dass man dazu in einer Gruppe sein muss.

Bevor ich fortfahre, sei mir noch eine Abschweifung erlaubt. Auch aus einer anderen Quelle, die mit Spiritismus gar nichts zu tun hat, kam ein indirekter Einfluss auf diesen hinzu. Er betrifft das Erscheinen des Buches von R. A. Moody (Dr. med. Raymond A. Moody erzählt von über 150 Menschen, die einmal im medizinischen Sinne gestorben waren und doch überlebt haben in seinem Buch Leben nach dem TodErforschungen unerklärlicher Erfahrungen. ISBN 3-499-60921-5 Rowohlt Taschenbuch Verlag). In der Folge davon kamen noch verschiedene ähnliche Bücher heraus, welche die Zeugnisse von Koma-Patienten, die im klinischen Sinne tot und dann wieder ins Leben zurückgekehrt waren, enthalten. Es sind einander sehr ähnliche, durchwegs optimistisch stimmende Berichte. Die Betreffenden berichten, dass sie sich in einer lichtvollen Umgebung befunden hätten, umgeben von lauter Liebe, weshalb es ihnen mitunter Leid getan hätte, ins irdische Leben zurückkehren zu müssen.

Es ist klar, dass die Personen in diesen Fällen noch nicht tot waren (es ist ja nicht leicht, den genauen Augenblick des Todes festzustellen!) Das sind Fälle, die wissenschaftlich untersucht werden sollten. Aber ich versichere noch einmal, dass sie nichts mit Spiritismus zu tun haben, wenngleich sie das Verlangen verstärkt haben, zu erfahren, was nach dem Tod geschieht.

Was sollen wir nun den Leuten sagen, die sich dem Spiritismus hingeben? Was den Eltern, die durch den plötzlichen Tod eines Kindes niedergedrückt, sich in den Trost von Botschaften flüchten, die der Tote ihnen über Tonband oder automatische Handschrift (Tischrücken) sendet? Hier steht man vor einer klaren Entscheidung: Will man in der Wahrheit bleiben und nicht irgendwelchen Fabeln nachlaufen, muss man das tun, was der Glaube sagt. Sucht man jedoch Trost bei einem untauglichen Betrüger oder im Selbstbetrug, dann gibt es dafür viele krumme Wege.

Da ich annehme, dass der Leser die Wahrheit sucht, halte ich hier einen Augenblick inne, um drei fundamentale klare und deutliche Aussagen zu treffen: 1. «Wer Tote befragt, ist Gott ein Gräuel.» 2. Gott kann erlauben, dass ein Verstorbener erscheint oder sich jedenfalls vernehmen lässt. 3. Die scheinbare «Güte» einer Botschaft reicht nicht aus, um anzunehmen, dass ihr Ursprung ein guter ist.

1. «Wer Tote befragt, ist dem Herrn ein Gräuel.» Anstatt viele weitere Bibelzitate zu bringen, möchte ich uns lieber diese harte Verurteilung aus dem Buch Deuteronomium (18,12) einschärfen in der Hoffnung, dass sie sich im Gedächtnis einprägt. Um den Wert dieser Worte voll zu begreifen, muss man an Gott glauben, glauben, dass Gott ein unendlich gütiger Vater ist, der unser Heil will, glauben, dass alle Ge- bzw. Verbote, die Gott uns auferlegt (wie im Dekalog), zu unserem Heil sind.

Gott liebt alle seine Geschöpfe, die lebenden wie die verstorbenen. Wenn die Unterhaltung mit den Verstorbenen nützlich wäre, wenn sie etwas Gutes wäre, wäre Gott der Erste, der sie fördern würde. Wenn Er diese so streng untersagt, dann deswegen, weil Er weiß, dass sie ein Übel istein Mittel, um von Gott, der Wahrheit, wegzuführen, was dem Glauben schadet. Für uns, die wir das Geschenk der göttlichen Offenbarung haben, genügt es zu wissen, dass Gott das nicht will, um dem aus dem Weg zu gehen, was Er verbietet. Wer die göttliche Offenbarung nicht kennt, ist Gott zwar nicht ungehorsam, wenn er Spiritismus betreibt, aber das bewahrt ihn nicht vor den schädlichen Folgen daraus.

2. Gott kann zulassen, dass ein Verstorbener vor einem Lebenden erscheint oder dass er zu ihm spricht oder dass er irgendeinen direkten Kontakt zu ihm erhält. Wir finden solche Beispiele in der Bibel und im Leben der Heiligen. Es handelt sich dann immer um außergewöhnliche, also äußerst seltene Fälle. Dabei gibt es jedoch vor allem einen wesentlichen Unterschied, den ich nicht deutlich genug hervorheben kann: In jedem dieser Fälle geschieht alles durch Gottes freie Initiative, niemals als Ergebnis menschlicher Geschicklichkeit oder menschlicher Taschenspielertricks. Nehmen wir als Beispiel (von der katholischen Kirche anerkannte) Erscheinungen. Die hl. Bernadette von Lourdes hat nicht das Geringste getan, um die Erscheinung der Unbefleckten Empfängnis (der Muttergottes) in der Grotte von Massabielle zu provozieren. Die drei Kinder von Fatima haben nicht das Geringste getan, um die Erscheinung der Muttergottes in der Cova da Iria zu erhalten. Das geschah mit alleiniger göttlicher Initiative und unter den von Gott festgesetzten Umständen und Grenzen.

Welcher Mittel kann Gott sich bedienen, um einen außergewöhnlichen Kontakt mit einem Verstorbenen zu gewähren? Er kann sich in absoluter Freiheit jedes Mittels, ganz nach seinem Willen, bedienen. Zum Beispiel einer Erscheinung, wie Er sie dem hl. Don Bosco gewährte (Die Höllenvision des hl. Don Boscos), oder «Stimmen», die Er u.a. die hl. Jeanne d’ Arc vernehmen ließ, oder auch Träumen, wie wir an vielen Stellen der Bibel oder, in den Heiligenviten lesen. Kann Er sich auch eines Mediums bedienen? Ja, Gott kann alles. Es gibt einen einzigen Bericht in der Bibel: Saul bedient sich eines Mediums, um die Seele des Propheten Samuel heraufzubeschwören (1 Samuel 28,7-19). Gott lässt dies ganz außergewöhnlicherweise zu. Das lässt uns der Aufschrei des Mediums begreifen, das in der Erkenntnis der neuen Situation aus Angst vor Gott um sein Leben fürchtet. Dann erfolgt jedoch der Vorwurf Samuels an Saul mit einer harten Prophezeiung: «Morgen wirst du samt deinen Söhnen bei mir sein.» Ich glaube, dass dies genügt, um alle Lust an der Totenbeschwörung vergehen zu lassen.

3. Die scheinbare «Güte» einer Botschaft gibt keine Gewähr für einen guten Ursprung. Das heißt, sie genügt nicht, um sicherzustellen, dass ihre Herkunft gut ist. Ich habe mehrmals darauf aufmerksam gemacht, dass Mose in der Vollmacht Gottes vor dem Pharao dieselben Wunder vollbringt, welche die Hofmagier in der Kraft des Teufels vollbringen. Ich möchte jedoch vor allem darauf hinweisen, wie schön der Dämon zu reden weiß, als er Christus in dessen öffentlichem Leben gegenübertritt: «Wir wissen, wer Du bist: der Sohn Gottes» (vgl. Markus Evangelium 3,11) und ähnliche Anerkennungen. Interessant ist, was dem hl. Paulus widerfuhr, als er den Philippern predigte. Ein Besessener verfolgte ihn auf Schritt und Tritt und der Dämon schrie: «Diese Männer sind Diener des Höchsten Gottes; sie verkündigen euch den Weg des Heiles (Apostelgeschichte 16,17). Nun sagen Sie mir, ob das nicht eine korrekte und heilige Verkündigung ist? Und doch kam sie vom Teufel, der immer seine Ziele verfolgt. Deshalb gebieten ihm Jesus und nach ihm der hl. Apostel Paulus zu schweigen.

 

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- Die Frau zu der die Toten kamen - Maria Simma u. Arme Seelen >

- Das Satanisten-Ehepaar von Witten >

- Der Spiritismus oder die Totenbeschwörung >

- Das warnende Zeugnis der amerikanischen Priesters >

- Ein Selbstmörder und der Ermordete durften sich melden - Arme Seelen >

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Wie beichte ich richtig?