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Aus den Wasserhähnen floss Menschenblut…
Der oberste Exorzist der Diözese Rom, Pater Gabriele Amorth, spricht über satanische Angriffe
(Von Pater Gabriele Amorth)
Aus dem Taschenbuch: «Neue Berichte eines Exorzisten Buch II.» (Seite 176 - 186)
ISBN 3-7171-1067-5 Christiana - Verlag
Bestellmöglichkeit Tel.: 08671 – 12015 / Altötting
Infestationen - satanische Angriffe
Wir hatten auf das wichtige Zeugnis des Origenes hingewiesen, wonach schon die ersten Christen die Dämonen nicht nur aus Personen, sondern auch aus Häusern, Gegenständen und Tieren austrieben. Wir Exorzisten, die wir erst eine noch nicht existierende Fachsprache finden müssen, übernehmen das Wort «Infestation», «Angriff», um damit eben jene dämonischen Störungen zu bezeichnen, die nicht Personen, sondern Orte, Gegenstände und Tiere heimsuchen.
Wir betreten damit ein Gebiet, das keineswegs neu ist, wurden doch diese Formen von Belästigungen schon in den ältesten Zeiten und bei allen Völkern festgestellt und bekämpft.
Wir dürfen aber zwei Punkte nicht verschweigen:
1. Es handelt sich um ein Gebiet, auf dem uns nur die direkte Erfahrung weiterhelfen kann. Ohne diese Erfahrung glaubt man nicht einmal an solche Dinge. Jeder Exorzist kann bezeugen, dass er bei der Ausübung seines Amtes Fällen begegnet ist, an deren Möglichkeit er nie geglaubt hätte, wenn er sie nicht selbst gesehen und erfahren hätte. Wundern wir uns also nicht über so viel Ungläubigkeit und Skepsis vor allem seitens des Klerus, der, wie wir bereits gesagt und deutlich dargelegt haben, über diese Materie nicht unterrichtet ist.
2. Wir können auch nicht in Abrede stellen, dass auf diesem Gebiet Irrtümer, Beeinflussungen, falsche Ängste an der Tagesordnung sind, wenn es sich nicht gar um eigentliche Wahnvorstellungen handelt. Wir müssen dies klar sehen und in Rechnung stellen, um nicht etwa an fliegende Esel zu glauben!
Wie gewohnt gehe ich von der Heiligen Schrift aus, diesmal vom Buch Exodus, jenem für das Volk Israel so repräsentativen und für alle Zeiten so lehrreichen Buch. Ich werde mich mit den «zehn ägyptischen Plagen» etwas länger befassen. Aus zwei Gründen finde ich dies sehr wichtig.
Erstens weil man hier sieht, wie Moses im Namen Gottes und die Magier mit der Macht Satans die gleichen Phänomene erzeugen können. Bisweilen ist das Geschehen an sich identisch, doch muss man auf die Ursache zurückgehen. Bei gewissen Phänomenen ist es nicht hinlänglich ersichtlich, ob sie Werke Gottes oder Werke Satans sind, und ob derjenige, der sie vollbringt, ein Charismatiker oder ein Magier ist. Es bedarf hierzu einer besonderen Unterscheidungsgabe.
Der zweite Grund, weshalb ich die ägyptischen Plagen für besonders wichtig halte, ist, dass sich analoge Phänomene auch heutzutage ereignen. Ich wiederhole hier, was ich schon gesagt habe: Gewisse Dinge glaubt man erst, wenn man sie sieht oder erfährt. Ich führe ein Beispiel an. Die erste ägyptische Plage war das zu Blut verwandelte Wasser. Nun haben mehrere meiner Exorzistenfreunde gesehen, wie in kürzlich erbauten Privathäusern, deren hydraulische Anlagen den kommunalen Wasserleitungen angeschlossen waren, aus den Wasserhähnen Blut statt Wasser floss. Auch in meinem vorangehenden Buch (Ein Exorzist erzählt / Buch I.) habe ich von einem solchen Fall berichtet:
Zwei berühmte Professoren (Spezialisten der chemischen Analyse) der Universität von Padua hatten dieses Phänomen mit sarkastischer und ironischer Miene beobachtet und eine ganze Flasche von jenem «Blut», woran sie natürlich nicht glaubten, mitgenommen. Als dann aber dessen Analyse ergab dass es sich wahrhaftig um menschliches Blut handelte, wurden sie von einer Panik ergriffen und waren unter keinen Umständen mehr dazu zu bewegen, in jenes Haus zurückzukehren. Ich bin vielen Rationalisten, Atheisten und auch Priestern begegnet, die sich auf die gleiche Weise benommen haben: Auf ihrem Unglauben folgte das Entsetzen.
Der Exodus berichtet uns bei der zweiten, dritten und vierten Plage von der Invasion der Frösche, Stechmücken und Hundsfliegen, welche die Häuser der Ägypter heimsuchten.
Wir können auch noch die achte Plage, die Invasion der Heuschrecken, hinzufügen. Nun ist mir mehrmals von Häusern berichtet worden - und ich habe solche mit eigenen Augen gesehen -, über welche plötzlich Fliegen, fliegende Ameisen, manchmal widerliche Insekten (Skorpione oder andere, nicht immer leicht identifizierbare kleine Tiere) hergefallen sind, die dann schlagartig und vollständig verschwanden, wenn man sie mit Weihwasser besprengte oder die Orte exorzierte.
Im Exodus ist auch die Rede von einem mysteriösen Übel, durch welches das Vieh umkam; es scheint sich um «eine sehr schlimme Pest» gehandelt zu haben (fünfte Plage). Und es ist auch die Rede von einem Geschwür, das Menschen und Tiere befiel (sechste Plage).
Der Dämon hat die Macht, Krankheiten hervorzurufen: Es können organische Krankheiten sein, die medizinisch zu behandeln sind, oder solche, die rein dämonischer Natur sind und bei denen die Arzneien wirkungslos bleiben, die aber mit den Gnadenmitteln, zu denen die Exorzismen gehören, geheilt werden können.
Jeder Exorzist ist Zeuge gewesen von Fällen von Zysten, Tumoren, unterschiedlich diagnostizierten Krankheiten, die nach einem Exorzismus verschwunden sind, was die Ärzte verblüffte. Auch die neunte Plage - drei Tage Finsternis - kann eine Entsprechung finden in plötzlichen Erblindungen, wovon gewisse Personen für kurze Zeit befallen werden und die auf dämonische Ursachen zurückzuführen sind. Doch damit befinden wir uns bereits im Bereich der teuflischen Quälereien und nicht mehr in dem der Infestationen.
Häuser, Läden, Felder ...: Örtlich beschränkte Angriffe sind immer schwierig zu diagnostizieren und ebenso schwierig zu beheben. Auch ist zu sagen, dass hier jeder Exorzist nach seinen ihm eigenen Methoden verfährt, die er in größtmöglicher Ermessensfreiheit anwendet. Denn - man muss es deutlich sagen - dieses ganze Thema der Angriffe (Infestationen) wird weder im Kanonischen Recht noch im Rituale in Betracht gezogen; diese nehmen nur auf Exorzismen an Personen Bezug. Meiner Meinung nach ist dies ein großer Mangel. Einerseits bedeutet das, dass sich jeder beliebige Priester oder Laie mit dieser Materie befassen kann; andererseits, dass man die Schwindler, Magier und Frömmler weiterhin schalten und walten lässt.
Das Rituale (das Rituale Romanum ist die offizielle Anleitung zur Ausübung eines Exorzismus für berechtigte Personen), das sehr zahlreiche Gebete und Segnungen enthält, die einen wahren Schatz darstellen und die zu Makulatur zu machen ein schwerer Irrtum wäre, hält uns als Ersatz passende Gebete bereit, die auch für diese Fälle verwendet werden können. Man denke etwa an die Gebete der Einsegnung von Häusern und Orten, von Schulen und Feldern. Priester und Exorzisten machen oft von diesen Gebeten Gebrauch. Neben Weihwasser verwenden sie auch oft Weihrauch oder streuen exorziertes Salz. Es herrscht hier große Freiheit; auch wenn ich hier nur von meinen persönlichen Erfahrungen oder denen von anderen Exorzisten berichte, so muss doch klar gesagt sein, dass die Beiziehung eines Exorzisten nicht bei allen Formen von Infestation erforderlich ist. Wirksam ist vor allem die hl. Messe, die jeder Priester zelebrieren kann. Ebenfalls als wirksam haben sich die an Ort und Stelle verrichteten Gebete von Gläubigen erwiesen.
Wenn Exorzisten tätig werden, dann machen diese gewöhnlich auch von einem für die Personen bestimmten Exorzismus Gebrauch, wobei sie ihn auf das Haus oder den Ort abstimmen. Es ist sehr nützlich, wenn man versucht, die Ursache herauszufinden, weshalb der Ort «verhext» ist, und die Konsequenzen daraus zu ziehen.
Welches sind die häufigsten Ursachen? Wir wollen auf einige hinweisen:
- Wenn im betreffenden Haus spiritistische Sitzungen (das herbeirufen von Verstorbenen / Toten) abgehalten worden sind; wenn man dort Magie betrieben hat; wenn das Haus Sitz satanischer Kulte gewesen ist (dies sind die Fälle, in denen es am schwierigsten ist, die Infestation zu beheben)
- Wenn dort eine Person getötet worden ist oder Selbstmord begangen hat. In einem solchen Fall ist viel fürbittendes Gebet erforderlich.
- Wenn im betreffenden Haus Prostitution betrieben wurde; wenn dort Gotteslästerer, Freimaurer, Verbrecher oder Anstifter von Verbrechen, Rauschgifthändler wohnten; wenn es als Begegnungsort für Homosexuelle diente … In all diesen Fällen ist es notwendig, viel Sühnegebet zu verrichten.
- Wenn es zum Gegenstand einer Verwünschung geworden ist. In diesem Fall muss man gründlich nachforschen, um Zweck und Absicht der Verwünschung herauszufinden und wie sie ausgeführt worden ist. Wenn sich dort z.B. ein «verhexter» Gegenstand befindet, muss man ihn auffinden und verbrennen. Solange nämlich dieser Gegenstand am Ort bleibt, zeigen alle Gebete wenig Wirkung. Dabei können die Bewohner selber mithelfen. Diese werden sich vielleicht erinnern, dass die Störungen an jenem Tag begonnen haben, da ihnen von einer Person, die ihrer Meinung nach am Ursprung der Verwünschung stehen könnte, ein bestimmter Gegenstand überreicht wurde. Die Anwesenheit von Charismatikern oder Sensitiven, über die wir später noch reden werden, kann ebenfalls sehr nützlich sein.
- Ich will hier nicht auf das Phänomen des Poltergeistes eingehen, das an ein Individuum gebunden und gewöhnlich von kurzer Dauer ist. Es handelt sich dabei um ein natürliches Phänomen, dessen Behandlung in die Zuständigkeit der Psychotherapie fällt.
- Es ist nützlich, dass man dessen Ursprung und die Phänomene, die es verursacht, kennt, damit man es nicht mit dem Phänomen der Infestation verwechselt. Es besteht also bloß eine oberflächliche Ähnlichkeit; um sie unterscheiden zu können, genügt ein wenig Erfahrung. Man begegnet hier nicht den gleichen Schwierigkeiten, auf die man etwa stößt, wenn es Störungen dämonischen Ursprungs von psychischen Krankheiten zu unterscheiden gilt.
Angegriffene Gegenstände
Mehr als sonst in diesen Fällen und wie überhaupt auf diesem Gebiet ist es vor allem notwendig, sich vor falschen Ängsten zu hüten, sich nicht beeinflussen zu lassen, und unbegründete Verdächtigungen zu unterlassen; und falls man irgendeinen Magier oder eine fromme Person zu Rate gezogen hat, muss man sich vor Hochstaplern in acht nehmen. Die Ursache der Infestation eines Gegenstandes liegt fast ausschließlich in einer Verwünschung. Theoretisch kann jeder beliebige Gegenstand «verhext» werden und zwar mittels eines satanischen Ritus, der von einem Hexenmeister oder einer Person, die sich irgendwie dem Satan geweiht hat, ausgeführt wird. Doch solche Fälle sind praktisch sehr selten, weshalb äußerste Vorsicht geboten ist, bevor man behauptet, ein bestimmter Gegenstand sei verhext. Eine skeptische Einstellung von Anfang an ist auf diesem Gebiet wahre Weisheit.
Wie merkt man nun, ob ein Gegenstand infestiert (angegriffen) ist? Manchmal merkt man es an der Herkunft, manchmal an den Wirkungen, und bisweilen merkt man es dank der Mithilfe eines Charismatikers oder eines Sensitiven. Die erste mögliche Ursache ist die Herkunft: Ein von einem Magier gegebener Gegenstand ist höchstwahrscheinlich infestiert. Typisches Beispiel hierfür sind die Talismane, die oft einen Haufen Geld kosten und, sofern sie nicht reiner Betrug sind, äußerst schädliche Ladungen von Negativität enthalten. Wir wollen auch klarstellen, dass die Infestation eines Gegenstandes nicht bedeutet, dass der Teufel in diesem drinnen steckt! Es bedeutet nur, dass dieser Gegenstand, weil er einem dämonischen Zauberritus - im allgemeinen gegen eine bestimmte Person und um bestimmte Zwecke zu erreichen - unterzogen wurde, schädlich geworden ist.
Andere Male merkt man es an den Wirkungen. Ein solcher Fall liegt vor, wenn z.B. jemand nicht mehr schlafen kann oder im Bett von starken Kopfschmerzen oder anderen Störungen befallen wird. Möglicherweise merkt die betreffende Person, dass diese Störungen verschwinden, wenn sie in einem anderen Bett schläft (Schlafstörungen können auch natürliche Ursachen haben, z.B. Wasseradern unter dem betreffenden Haus). Dann soll sie hinsichtlich des Kopfkissens oder der Matratze Verdacht schöpfen. Wenn sie nun ein anderes Kopfkissen benützt und bemerkt, dass die Störungen nicht mehr auftreten, während diese Übel, sobald das fragliche Kopfkissen wieder benützt wird, sogleich zurückkehren, so kann es sich in diesem Fall um ein verhextes Kopfkissen handeln, und es kann vorkommen, dass man, wenn man es aufschneidet, darin jene seltsamen Dinge vorfindet, von denen ich in meinem früheren Buch gesprochen habe.
Man muss dann das Kopfkissen verbrennen, nachdem man es mit Weihwasser besprengt hat, wobei man die in solchen Fällen empfohlenen Vorsichtsmaßnahmen trifft: Verbrennung im Freien und verbunden mit Gebeten, Beseitigung der Asche, indem man sie in fließende Gewässer wirft. Fluss, Meer, Kanalisation; oder man wirft sie in die Abfalleimer, wenn man sicher weiß, dass ihr Inhalt in die Müllverbrennungsöfen gelangen. In leichteren Fällen genügt es, den Gegenstand mit Weihwasser zu besprengen, ohne ihn zu zerstören.
Andere Male kommt es vor, dass eine Person Beschwerden hat, deren dämonischen Ursprung sie gar nicht vermutet, und von einem Sensitiven oder Charismatiker auf das Vorhandensein eines verhexten Gegenstandes aufmerksam gemacht wird. Auch hier sagt uns der gesunde Menschenverstand, wie wichtig es ist, falsche Ängste zu vermeiden, sich vor unnützen Verdächtigungen hinsichtlich der Gegenstände und besonders vor Schwindlern (Magier, Kartenleger, Zigeuner…) zu hüten.
Charismatiker und Sensitive
Ich nenne hier beide, obwohl man sie irrtümlicherweise verwechselt.
- Charismatiker sind jene, die vom Heiligen Geist eine besondere Gabe oder ein Charisma erhalten haben, die ihnen aber nicht zum persönlichen Nutzen, sondern für das Wohl der Kirche gegeben worden ist.
- Sensitive sind jene, die von Natur aus mit einer größeren Sensibilität ausgestattet (manchmal spricht man von «einem sechsten Sinn») sind, wodurch sie Dinge wahrnehmen, die andere Menschen nicht wahrzunehmen imstande sind.
Ich füge gleich hinzu, dass die Sensitiven in unserem Fall keine Hilfe geben können, da sie nur natürliche Phänomene (wie z.B. Krankheiten) jedoch nicht Übel dämonischer Natur wahrnehmen. Daher spreche ich hier nur von den Charismatikern, auch wenn diese oft in der Umgangssprache fälschlicherweise Sensitive genannt werden.
Es gibt viele Charismen. Uns interessieren hier besonders jene Personen, die das Charisma der Befreiung von bösartigen Übeln und von der Präsenz des Dämonischen (eine sehr seltene Gabe) besitzen; oder jene Personen, die ein besonderes Charisma der Unterscheidung haben, sei es um die Präsenz des Dämonischen wahrzunehmen (daher sind sie sehr nützlich bei der Diagnose), sei es um deren Ursachen zu erfassen, wovon dann die geeigneten Heilmittel abhängen.
Es ist dies ein Gebiet, das eine eigene Studie verdiente, die über den Rahmen dieses Buches hinausgeht. Hier möchte ich bloß äußerste Vorsicht empfehlen, wenn man meint, dass eine Person besondere Charismen besitzt.
Dagegen verweise ich auf zwei Konzilstexte (Apostolicam Actuositatem 3, Lumen Gentium 12), die folgende Aussagen enthalten: Erstens wer Charismen besitzt, hat das Recht und die Pflicht, diese auszuüben, zweitens obliegt es dem Unterscheidungsvermögen des Bischofs, die Charismen zu erkennen und deren Verwendung genauer zu bestimmen. Es ist mein sehnlichster Wunsch, dass die Bischöfe sich auch um diese Angelegenheiten kümmern.
Inzwischen halte ich mich an folgende Kriterien als an unmittelbar praktische Regeln, deren Anwendung die Umstände erforderlich machen können:
- Die Person muss sich aufgrund ihres Gebetslebens, ihres Glaubens, ihrer Nächstenliebe und ihrer Ausgeglichenheit allgemeiner Achtung erfreuen.
- Sie muss sich allein auf das Hören des Gotteswortes (gelesen oder innerlich vernommen) stützen und von den üblichen Gebeten Gebrauch machen, ohne zu Absonderlichkeiten zu greifen und komödiantenhaft feierliche Haltungen einzunehmen.
- Sie muss gänzlich uneigennützig sein: «Was wir umsonst bekommen haben, das müssen wir auch umsonst geben.»
- Sie muss zutiefst demütig sein. Auch hinsichtlich der Charismen; wer nämlich solche zur Schau stellte, verriete damit, dass sie gar keine besitzt. Der echte Charismatiker liebt die Verborgenheit, und Kenntnis von seinem Charisma erlangt man nur auf indirektem Weg oder mit viel Diskretion; nie drängt er sich auf. Er muss auch sehr demütig sein in dem, was er sagt, da er weiß, dass allein der Geist der Unterscheidung (der nicht von ihm abhängt) die Gültigkeit seiner Intervention garantiert.
- «Man erkennt den Baum an seinen Früchten»: Die Erfahrung der Gültigkeit dessen, was ein Charismatiker sagt, garantiert die Wahrheit hinsichtlich seines Charismas. Vergessen wir nicht das Kriterium a posteriori (die Prophetie bewahrheitet sich oder nicht), das die Bibel nahe legt, um die wahren Propheten von den falschen zu unterscheiden.
- Wenn der Exorzist einen echten Charismatiker entdeckt oder das Glück hat, von echten Charismatikern mit anderen und komplementären Charismen unterstützt zu werden, so stellt dies für ihn zweifellos eine Hilfe dar. Ich kenne mehrere Exorzisten, welche die kostbare Hilfe aufrichtig anerkennen, die sie von einer kleinen, sorgfältig ausgewählten Gruppe von Personen erhalten, welche die Ausübung ihres Amtes mit ihrem Gebet begleiten und unterstützen.
Infestationen bei Tieren
Auch dies ist möglich, wenn es auch sehr selten vorkommt. Das Evangelium berichtet uns von jener Legion von Dämonen, die in den Besessenen von Gerasa gefahren sind und die, nachdem sie aus dem Manne ausgetrieben worden waren, von Christus die Erlaubnis bekamen, in die Schweineherde zu fahren. Die wild gewordenen Tiere stürzten den Abgrund hinab in den See und ertranken dort. Ich selber bin nie einem Fall dieser Art begegnet. Wenn sich ein solcher vor mir zugetragen hätte, hätte ich ein Gebet der Befreiung gesprochen, das ohne weiteres erlaubt ist.
Ganz anders und leider sehr häufig ist der Fall von Tieren, die von Hexenmeistern für ihre magischen Riten (vor allen durch das Verbrennen der Eingeweide) oder als Boten ihrer Verwünschung verwendet werden. In diesem zweiten Fall sind die am meisten verwendeten Tiere Kröten und vor allem Katzen. Diesbezüglich konnte ich zahlreiche bezeichnende Vorfälle bestätigen, wobei mir auch die Erfahrung anderer Exorzisten zugute kam. Zum Beispiel, dass man im Hause die Gegenwart von Katzen oder anderer nicht eindeutig identifizierbarer Tiere wahrnimmt, obwohl man nichts sieht; man entdeckt ihre Spuren am Boden oder ihre Kratzspuren auf der Bettwäsche.
Ein Mädchen, das in ihr gut abgeschlossenes Auto stieg, bemerkte die Gegenwart einer großen schwarzen Katze auf dem Rücksitz. Sie stieg sogleich aus dem Wagen, um das Tier zu vertreiben, doch dieses war verschwunden, ohne durch die Wagentür zu fliehen. Ich könnte von vielen Vorfällen dieser Art berichten. Zur Beruhigung ängstlicher Gemüter kann ich sagen, dass diese gespensterhaften Tiere nie Personen angegriffen oder ihnen Böses zugefügt haben.
Gibt es eine Erklärung für solche Vorfälle? Es sind Vorfälle, die im allgemeinen Personen zugestoßen sind, die bereits mehr oder weniger schwere, auf Verwünschungen zurückzuführende Belästigungen erfahren haben. Man konnte also in diesen Vorfällen eine Wiederholung böswilliger Handlungen erkennen, mit denen man ihnen schaden wollte, oder wenigstens den Versuch, dies zu tun. Eine stärkere Inanspruchnahme der Gnadenmittel genügte jeweils, damit sich solche Unannehmlichkeiten nicht wiederholten.
Eine junge Ordensfrau, Krankenschwester in einem römischen Spital, wurde von einem Arzt, der überdies der Magie ergeben war, belästigt. Eines Abends, als die Schwester ihr verschlossenes Zimmer betrat, fand sie dort eine Katze. Sie wollte sie vor die Türe setzen, doch die Katze lief im Zimmer herum und wollte nicht hinausgehen.
Gereizt schleuderte die Schwester ihren Schlüsselbund gegen das Tier und sah noch, wie die Katze mit blutender Schnauze aus dem Zimmer floh. Am folgenden Morgen, als die Schwester auf ihre Station ging, begegnete sie jenem Arzt. Er trug ein Heftpflaster auf der Nase und eines auf der Oberlippe. «Was ist ihnen zugestoßen, Herr Doktor?» - «Du bist es gewesen mit dem Schlüsselbund.»
Dieser Vorfall ist wahr und gut bezeugt, doch ist es nicht leicht, eine Erklärung zu finden. Ich glaube, dass der Arzt die Ordensschwester mittels Zauberei bespitzeln lassen oder einschüchtern wollte. Doch der Zauber fiel auf ihn zurück, was gelegentlich vorkommt.
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- Selige Kreszentia Höß und die dämonischen Plagen >
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- Warnung der Muttergottes - In welchen Abgrund seid Ihr gestürzt? >
- Das Jüngste Gericht von Peter Paul Rubens - (Bildmeditation) >
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