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Geheimgesellschaften und New Age
Im Einflussbereich des Satanismus
Von einem Experten für Esoterik
Aus dem Buch: «Daemonologie I. Band, von Egon v. Petersdorf
(Seite 426 – 433)
ISBN 3-7171-0816-6 Christiana-Verlag, Stein am Rhein
Bestellmöglichkeit Tel.: 08671 – 12015
Weder das Dokument der Deutschen Bischofskonferenz vom 8. Mai 1980 noch das Dekret des Heiligen Stuhls vom 25. November 1983 haben gegen die Freimaurerei den Vorwurf des Satanismus erhoben. Das Verbot wurde allein aufgrund der absoluten Unvereinbarkeit der freimaurerischen Prinzipien mit dem Glauben der Kirche ausgesprochen. Weil aber gerade in der letzten Zeit so viel vom Satanismus in Verbindung mit der Freimaurerei geredet wird, soll hier dazu Stellung genommen werden.
Der Freimaurerei wurde immer wieder der Vorwurf des Satanismus gemacht. Dieser Hat sich stets gegen diesen Vorwurf gewehrt. Indessen bleibt zu fragen, warum die Freimaurer selbst immer wieder Anlass zu solchem Vorwurf gaben und noch geben.
Folgende vier Tatsachen seien aufgeführt:
1. Die «Satanshymne» des berühmten Großmeisters Giosue Carducci (33°)
«Und schon erzittern Mitren und Kronen: Heil dir, o Satanas, o Rebellion, o rächende Kraft der Vernunft» [Alec Mellor, Unsere getrennten Brüder, die Freimaurer, S. 326 f.]!
Ehre sei dir, großherziger Rebell! Ich hebe mein Glas. Auf die Freiheit, jene Rächerin des vergewaltigten Menschengeist. Stürze den lügenhaften Thron des Nachfolgers Petri! In den Staub Tiara und Influ [Mellor, Logen, Rituale, Hochgrade, a. a. O., S. 178.]!
Diese Verherrlichung Satans wurde von der italienischen Freimaurerei als ihre eigene Hymne bezeichnet [William Forestier, Die Internationale Freimaurerei, Zürich SA, S. 259.].
2. Zweihundertjahrfeier der Freimaurer 1917
«Man sah Prozessionen, die unter Absingen der Hymne Carduccis, das Satansbild voran, einherzogen» [Mellor, Logen, Rituale, Hochgrade, S. 178.]. Maximilian Kolbe (1894-1941) war Augenzeuge der Zweihundertjahrfeier der Freimaurer, die anno 1917 auf dem Petersplatz die oben genannte Satanshymne sangen und eine Satansfahne trugen, auf der stand: «Satan muss im Vatikan regieren, der Papst wird sein Sklave sein.» Maximilian Kolbe beschloss daraufhin, seine Militia Immaculata zu gründen [Dr. Lisl Gutwenger, Pater Maximilian Kolbe, Stein am Rhein 1983.].
3. Baphomet
Hier muss die Bedeutung des Baphomet in der Großen Landesloge …… (welcher?) erwähnt werden. Diese Freimaurerei nennt sich auch «Christliche Freimaurerei». Höchst bemerkenswert ist es, dass auf dem Amtszeichen des Großmeisters dieser «Christlichen Freimaurerei» nicht der Name Christi aufscheint, sondern Baphomet [H. E. Miers, Lexikon des Geheimwissens, Freiburg 1970, S. 62.]. Der christliche Freimaurerorden versteht sich als «Fortsetzung des Tempelordens» [ebd., S. 200.]. Offenbar will er das auch oder gerade hinsichtlich der Verehrung des Baphomet sein, welche die Templer angeblich geübt haben. Im Internationalen Freimaurerlexikon sagen die Freimaurer selbst über Baphomet: «Name eines scheußlichen Teufelsbildes, dessen Verehrung den Templern vorgeworfen wurde» [Lennhoff-Posner, a. a. O., Sp. 79.].
Unabhängig davon, was man unter «Baphomet» zu verstehen hat, bleibt doch völlig unerfindlich, wie ein Christ diesen Namen ehren kann. Und wird hier nicht verständlich, dass sich die Freimaurer den Vorwurf des Satanismus selbst zuziehen?
4. Jahbulon
Insbesondere muss schließlich über «Jahbulon» gesprochen werden. Die englische Großloge gilt in der ganzen Welt als eine Art Mutterloge, an der alle anderen einzelnen Großlogen der Johannismaurerei, d. h. der Freimaurerei der ersten drei Grade, gemessen werden. Sie bestimmt, ob eine Loge regulär, d. h. von London anerkannt, oder irregulär, d. h. von London verworfen, ist. Hier geht es also nicht um die Hochgradloge, die aber ebenso wie die Johannismaurerei vom Freemason Hall in London verwaltet wird [Walton Hannah, Christian by Degrees, Devon 1984, S. 74.].
Bezüglich der Johannismaurerei beschloss die englische Freimaurerei 1813: «Die reine alte Freimaurerei besteht aus drei Graden und keinen weiteren, d. h. jenen des Lehrlings, des Gesellen und des Freimaurermeisters (einschließlich des Höchsten Ordens der heiligen Königlichen Halle») [ebd., S. 74.].
In diesem Grad wird davon ausgegangen, dass das Heilige Wort verloren gegangen ist. Die große, befreiende Entdeckung ist die Auffindung und Offenbarung dieses Wortes, nämlich des Gottesnamens JAHBULON. Den vollen Text des Grades veröffentlichten der bereits erwähnte Walton Hannah [Hannah, Darkness Visible, S. 153 ff.]und ebenso John Lawrence, Freemasonry – a religion?, S. 153 – 183. Die Sache selbst wurde auch von anderen Autoren publiziert, z. B. Alec Mellor, Logen, Rituale, Hochgrade, S. 384 f und Stephen Knight, The Brotherhood, S. 236. Größte Beachtung jedoch fand die Veröffentlichung dieser Tatsache im Report der amtlichen Untersuchungskommission der Anglikanischen Kirche, Freemasonry and Christianity – Are they compatible?, S. 26ff.
Daraus geht hervor, dass an die Stelle des «Großen Baumeisters alles Welten» schon im Grad des «Holy Royal Arch» der Name JAH-BU-LON tritt: JAH = Jahwe, BUL = Baal und ON = Osiris. Die Bibel zeigt an nicht wenigen Stellen Baal als den Widersacher Gottes, dessen Verehrung für Gott ein Gräuel ist (vgl. Ri 3, 13; Kö 18, 28; 19, 18; 4 Kö 10, 28; Röm 1, 4). Als 1873 der berühmte, bereits erwähnte Albert Pike von diesem «Gottesnamen» Kenntnis bekam, schrieb er, damals noch tief beunruhigt und entsetzt: «Kein Mensch kann mich dahin bringen, ein Wortgebilde, worin der Name eines verfluchten und abscheulichen heidnischen Gottes enthalten ist, dessen Name seit mehr als zweitausend Jahren die Bezeichnung eines Teufels ist, als Symbol der unendlichen und ewigen Gottheit anzuerkennen» [Stephen Knight, The Brotherhood, London 1984, S. 236 f.]. Stephen Knight hat nicht weniger als 75 Freimaurer dieses Grades befragt. Dabei musste er feststellen, das zwar alle frei und ohne zu zögern über die Freimaurerei sprachen, aber bei dem Wort «Jahbulon» 71 der Befragten ihre Selbstsicherheit und Fassung verloren [ebd. S. 84.].
John Lawrence dokumentiert hierzu ebenfalls eine beachtliche Aussage. Ein ehemaliger Freimaurer, Dr. D. Denman, berichtet über seine Einführung: «Ich stand in Erwartung der ersten Äußerung des freimaurerischen Rituals. Ich hatte das Bewusstsein drohenden Übels. Umsonst suchte ich nach einer gewissen Anerkennung des Lichtes in der Welt (Christus) in den Gebeten und im Ritual des Grades, der folgte. Aber da war nichts. Der Sinn von Gotteslästerung vermittelst des dritten Grades war so überwältigend geworden, dass ich mich veranlasst sah, zu protestieren und den Tempel zu verlassen, um nie wieder zurückzukehren» [Artikel in Life of Faith, Oct. 15th 1952, zitiert bei John Lawrence a. a. O., S. 59].
Gut und Böse – relativ?
Was bedeutet für die christliche Offenbarung die Beseitigung des wirklichen Gegensatzes zwischen Gut und Böse, die freimaurerische Erklärer des Rituals lehren. Und zwar besonders im Zusammenhang mit den alten Mysterienreligionen, die Säulen Jachin und Boaz sowie auf Sonne und Mond, von denen das Ritual sagt, dass sie die Loge beherrschen, wie oben zitiert wurde? … (Hier stimmt grammatisch etwas nicht!) Dazu sagt der Freimaurer Jorge Aoum: «Durch Zeitalter hindurch lebte der Verstand von der Frucht vom so genannten Baum der Erkenntnis, durch Jahrhunderte litt und freute sich der Mensch aufgrund der Folge, die in ihm seine Früchte verursachen, die in relativen Begriffen Gut und Böse heißen, entsprechend den verschiedenen Beobachtungspunkten, die aber in Wirklichkeit nichts anderes sind als äußere Aspekte einer inneren und zentralen Wahrheit» [Jorge Adoum a. a. O., S. 73 f.]. Die Freimaurerei führt nach diesem Autor den Menschen in jenen paradiesischen Idealzustand zurück, der vor der angeblich nur verbalen Aufspaltung der einen und einzigen Wirklichkeit in Gut und Böse bestanden hätte [ebd.].
Freimaurerei und New Age
Mit zunehmender Dringlichkeit wird heute die Frage gestellt, ob zwischen der New-Age-Bewegung und den freimaurerischen Vereinigungen Zusammenhänge bestehen. Hier wird diese Frage nicht aufgearbeitet, aber das Problem aufgezeigt.
Zur Geschichte der New-Age-Bewegung
Der Ausgangspunkt ist die Theosophische Gesellschaft. Kurz nach der Gründung (1873) kam es zu ersten Offenbarungen über «den Plan» durch deren erste Präsidentin Helena Blavatzky. Dritte Präsidentin wurde Alice Bailey (1880-1949). Sie stand mit einer so genannten «Hierarchie der Meister» in Verbindung, von der sie Informationen und Anweisungen über den «Plan» bekam: über die Einrichtung eines «Neuen Zeitalters» (New Age) und einer «Neuen Weltordnung». Zur Verbreitung ihrer umfangreichen Schriften wurden 1922 die «Lucifer Publishing Company» gegründet (heute «Lucis Publishing Company», ein Zweig von «Lucis Trust»).
Einen starken Schub nach vorn bekamen die New-Age-Ideen in den sechziger Jahren durch die Hippie-Bewegung mit ihrer Freizügigkeit, der Abkehr von christlichen Moralvorstellungen, dem Drogenkonsum und der konzentrierten Hinwendung zu okkulten Lehren und östlichen Religionen.
Inzwischen ist das New-Age-Gedankengut in alle Bereiche der westlichen Gesellschaft eingedrungen, auch in die Kirche. Constance Cumbey schreibt: «Der Vergleich von Baileys Lehren mit der heutigen Bewegung und ihren Organisationen macht deutlich, dass ihre Anweisungen bis ins kleinste Detail befolgt wurden. Ihre Jünger befinden sich jetzt in den letzten Phasen des New-Age-Planes, die Welt für Luzifer einzunehmen» (Cumbey, Constance, Die sanfte Verführung, Asslar 1986, S. 53; vgl. auch Ferguson, Marilyn, Die sanfte Verschwörung, Basel 1982, S. 249).
Die Struktur
Die Vielfalt der Namen, die parallel zu «New Age» benutzt werden (Dritte Welle, Neues Zeitalter, Dritte Macht, Sanfte Verschwörung, Wassermann-Verschwörung usw.), deutet schon darauf hin, dass es um eine Bewegung geht, nicht um eine Organisation. Wohl aber ist eine Organisationsform auszumachen: das «Netzwerk».
Ferguson ist jedenfalls von der Wirksamkeit einer solchen Struktur überzeugt: «Netzwerke bilden die Strategie, mit der kleine Gruppen eine ganze Gesellschaft transformieren können» (Ferguson a. a. O., S. 249).
Lehren
Die New-Age-Bewegung umfasst eine Vielfalt okkultistischer Lehren, seien es magische Praktiken wie Runenmagie, Handlesen und Geisterbeschwörung, außersinnliche Phänomene wie Hellsehen und Telekinese oder Heilslehren wie Theosophie, Anthroposophie, Rosenkreuzertum und Meditationssysteme. Beinahe alles ist in dieser Bewegung willkommen – bis auf den Glauben an einen persönlichen Gott. Von anderen Religionen wird übernommen, was ins System passt. Die einzelnen «Netze» der New-Age-Bewegung mögen sich mehr oder weniger stark voneinander unterscheiden – es gibt genügend verbindende gemeinsame Überzeugungen, zu denen nicht nur die Feindseligkeit gegenüber dem Christentum gehört:
- Alles ist eins
- Es gibt keinen wirklichen Unterschied zwischen Stein, Mensch und Tier – oder zwischen Gut und Böse oder Gott und Mensch!
- Alles ist Gott
- Alles ist Teil der einen kosmischen Energie, der einen göttlichen Kraft. Jeder Stein, jede Pflanze ist göttlich; jeder Mensch trägt einen göttlichen Kern in sich, aber viele Menschen wissen das nicht. Auch das Böse ist im Grunde nur eine Sielart des Göttlichen.
- Der Mensch ist Gott. Diese Lehre folgt aus a) und b).
- Sünde gibt es nicht, höchstens falsches Verhalten
- Deshalb ist auch Erlösung nicht notwendig
- Nur der Mensch setzt Maßstäbe für das Handeln – nach eigenem Willen und Gefühl, nach eigener Erfahrung und Lust.
- Alle Religionen sind eins
- Letztlich sind alle Religionen nur Wege zum selben Ziel. Wir müssen toleranter werden und anerkennen, dass das Christentum eine von vielen Religionen ist und Jesus einer von vielen «spirituellen» Führern war – nicht mehr.
- Wir müssen unser Bewusstsein verändern
- Viele Menschen wissen nicht, dass sie göttlich sind, dass ihnen eine unbegrenzte Kraft zur Verfügung steht. Deshalb müssen sie die göttliche Energie in sich erwecken und entwickeln. Es gibt dafür verschiedene «spirituelle Wege»: Meditation, Hypnose, Yoga, Psychotherapien, okkulte Praktiken, mit Einschränkung Drogen usw. Über die Umwandlung des Bewusstseins einzelner Menschen sollen die gesamte Menschheit und ihre Lebensumstände verändert werden.
Ziele
Wichtigstes New-Age-Ziel ist die Vereinigung der Menschheit in allen Lebensbereichen, und zwar auf einem «höheren» Bewusstseinsniveau. Eine führende New-Age-Organisation, die «Gruppe der Neuen Weltdiener», hat sich u. a. folgende Ziele gesetzt:
- politische Einheit
- wirtschaftliche Einheit
- neue Weltreligion
- Abschaffung der überlieferten Feste, z. B. Ostern und Weihnachten
- Leugnung von Gottessohnschaft, Kreuzestod und Auferstehung Christi
Die Kehrseite der Medaille wird gewöhnlich verschwiegen und ist nicht einmal allen New-Age-Anhängern bekannt:
– Zum «Eintritt in das Neue Zeitalter» wird eine «luziferische Initiation» verlangt (eine Massenweihe an den Teufel).
David Spangler, einer der Hauptführer der New-Age-Bewegung, seit 1979 zweiter Direktor des ersten New-Age-Zentrums der Findhorn-Foundation in Schottland, schrieb 1978 in einem seiner zahlreichen Bücher: «Luzifer wirkt in jedem von uns, um uns in einen Zustand der Vollkommenheit hineinzuführen. Wenn wir in ein neues Zeitalter eingehen, das Zeitalter der Vollkommenheit des Menschen, wird jeder von uns auf irgendeine Weise an den punkt gelangen, den ich als luziferische Initiation bezeichne (Weihe an Luzifer). Dies ist das besondere Eingangstor, das das Individuum durchschreiten muss, um völlig in die Gegenwart seines Lichtes und seiner Vollkommenheit zu gelangen» (D. Spangler, Reflexions of the Christ, nach C. Cumbey a. a. O., S. 165).
– Wer diese Weihe verweigert, wird auf eine «andere Stufe des Bewusstseins» versetzt. (Die Führer der New-Age-Bewegung finden diese Art des geplanten Massenmordes nicht schlimm, weil sie glauben, die Ermordeten gelangten auf eine andere Daseinsebene, auf der sie «glücklicher sind». Hier zeigt sich der verderbliche Einfluss der Reinkarnationslehre, der durch die so genannte «Sterbeforschung» noch verstärkt wird).
– Massenverfolgungen
Die Verfolgung wird denjenigen gelten, die nicht «tolerant» sind, die «Trennungen» und «Spaltungen» verursachen, «rückständig» und «starrköpfig» sind und dem «Zeitalter» verhaftet bleiben. Damit sind alle diejenigen gemeint, die nach einem festen überlieferten Wertsystem leben, insbesondere gläubige Christen.
Symbole
- Der Regenbogen: In der New-Age-Bewegung symbolisiert er die Brücke zwischen der Einzelseele und dem kosmischen Über-Ich. C. Cumbey weist in ihrem Buch aufgrund von New-Age-Schriften nach, dass mit dem Über-Ich letztlich Luzifer gemeint ist.
- Die Zahl 666: Auf S.79 des Buches «The Rays and the Initations» von A. Bailey werden Bedeutung und «heilige Eigenschaften» der Zahl 666 erläutert. Eine andere wichtige New-Age-«Bibel», «The Keys of Enoch: The Book of Knowledge», fordert Initianten auf, diese Zahlenfolge so oft wie möglich zu gebrauchen, um die Ankunft des «neuen Zeitalters» zu beschleunigen (Cumbey a. a. O., S. 231). In der Bibel ist die Zahl 666 die Zahl des Antichristen.
- Verschiedene Kreissymbole, das Einhorn, das allsehende Auge.
Da die New-Age-Bewegung ihre direkte Wurzel in der Theosophischen Gesellschaft hat und sie nichts anderes ist als eine bewusst und systematisch von der Theosophischen Gesellschaft (TG) angezeigte Bewegung, muss nach der Verbindung der Theosophie mit der Freimaurerei gefragt werden.
Verwandtschaften glauben manche in den Ritualen der Freimaurer oder deren Interpretationen entdecken zu können. Dabei geht es um Fragen wie die der totalen Einheit, der Relativierung von Gut und Böse, des Synkretismus (Vermischung von Religionen und Lehren), des Satanismus, der Bewusstseinserweiterung.
Die Gründerin der TG, Helena P. Blavatzky, bezog ihr Gedankengut zu einem beachtlichen Teil von Eliphaz Levi, einem sehr berühmten Freimaurer, Mitglied der Loge «Rose du parfait silence» in Paris. Aus seinen Werken hat wiederum der bekannte führende Freimaurer Albert Pike nicht wenig in seinem Buch über das Hochgradsystem des anerkannten schottischen Ritus (AASR) «Morals und Dogmas of the AASR» übernommen.
Auch der engste Mitarbeiter der Blavatzky, Henry Olcott, der zusammen mit ihr den «Miracle-Club» 1874 gegründet hat, war Freimaurer (Mitglied der Freimaurerloge «Hugenott Nr. 448» in New York). Ebenso war er Mitglied der Freimaurerloge «Royal Arch-Corinthian Nr. 159». Der «Miracle-Club» wurde dann 1875 in die TG überführt, und Olcott war der erster Nachfolger der Blavatzky in der Präsidentschaft.
Eine der bedeutendsten deutschen Persönlichkeiten in der TG war Franz Hartmann, Mitglied der Loge «Georgetown Nr. 1». Er war engster Mitarbeiter von Blavatzky und Olcott sowie administrativer Leiter der Zentrale. 1896 gründete er den deutschen Zweig der TG und war deren erster Präsident. Er gilt als geistiger Erbe der Blavatzky. 1897 gründete Hartmann die «Internationale Theosophische Verbrüderung» (I. T. V.). Er war auch Gründer des O.T.O., einer okkulten Geheimgesellschaft, die Thelema (Tue, was du willst) zum Prinzip hat. Schließlich war er stellvertretender Großmeister des Freimaurerritus «Memphis-Misraim».
Auch Theodor Reuss, der eine bedeutende Rolle bei der TG spielte und das «Theosophical-Publishing-House» gründete, war Mitglied der deutschsprachigen Londoner Loge «Pilger Nr. 208». Er befasste sich auch mit dem Ritus «Memphis-Misraim», dem «Swedenborg-Ritus» und mit Sexual-Yoga. Rudolf Steiner führte er der Freimaurerei zu.
Steiner ist der bekannteste deutsche Theosoph. Er war Generalsekretär der deutschen TG und Leiter des geheimsten und innersten Kreises derselben: «Esoteric-Section».
(E. S.). Er gründete als Zweig der TG die Anthroposophische Gesellschaft, ebenso die «Mystica Aeterna», war Großmeister im «Ritus Memphis-Misraim».
Zum Problem der Geistesverwandtschaft von Freimaurerei und Theosophie und damit auch zu New Age kann bedacht werden, was in einer öffentlichen Versammlung in Boston das führende Mitglied Spencer erklärt hat: «In den Reihen der Mitglieder der Theosophistischen Gesellschaft ist eine große Zahl Freimaurer… Sie sind zu uns übergetreten, hauptsächlich, weil sie sahen, dass alles Gute, was die Maurerei ihnen bot, auch in der Theosophie zu finden war und vielleicht sogar noch etwas klarer ausgesprochen. Aber das kommt nicht daher, weil die Theosophie sich etwa Mühe gibt, die Maurerei zu verdrängen, nein, der wahre Grund ist, dass beide aus derselben Quelle entspringen» (Karl R. H. Frick, Licht und Finsternis II, Graz 1978, S. 302).
Bei weiteren Organisationen, die mit den genannten Persönlichkeiten und der Theosophie in engen Zusammenhang stehen, findet sich großenteils der Inhalt der heutigen New-Age-Bewegung; man kann sie auch als Teile dieser Bewegung betrachten. Einige seien aufgezählt:
Die «Arkan-Schule», eine Tochtergründung der TG, schon von Frau Blavatzky angeordnet, 1923 gegründet, betrachtet sie sich als das «Magnetische Zentrum der gesamten Freimaurerei» (H. E. Miers, Lexikon des Geheimwissens, Freiburg 1970, S. 40).
Die «Weltinvokation» wurde hier 1952 eingeführt, welche ebenfalls von der New-Age-Bewegung verbreitet wird.
Die «Lichthorst» anerkennt ebenso wie die New-Age-Bewegung eine ganz hervorragende Stellung Luzifers, ihm werden göttliche Eigenschaften zuerkannt (Miers a. a. O., S. 257). Hier wird auch das «Wassermann-Zeitalter» verkündet.
Der «Golden Dawn» (Goldene Dämmerung) wurde zuerst in der Zeitschrift «Luzifer» angekündigt. Die Gründung erfolgte durch Mitglieder der englischen Großloge und der Rosenkreuzergesellschaft in England. Dies ist ebenfalls ein okkulter Orden, der mit New-Age verwandt ist.
Auch die Vereinigung «Neugeist» hat ebenfalls ihre Wurzel in der TG: Das «Lectorium Rosicrucianum» hat ebenfalls theosophische antroposophische Lehren. Es wurde gegründet von dem ehemaligen Theosophen J. van Rijkenborgh. Der größte Teil der Lehren stammt aus der TG der Blavatzky.
Auch die «Fraternitas Saturni», eine sexual-magische Geheimloge in Berlin ist hier zu erwähnen. Die Tätigkeit der Gemeinschaft ist auf dem Boden der Lehren des Satanisten Crowley. Von den Nazis geschlossen, ist sie seit 1945 wieder aktiv. Sie gaben 1933 die Zeitung «Saturn-Gnosis» heraus. «Nach 1945 erschien als Fortsetzung …die Logenzeitschrift «Blätter der angewandten Lebenskunst» (Miers a. a. O., S. 146).
Schließlich sei noch die «Heindel-Bewegung» genannt. Max Heindel war auch Mitglied der TG und 1904/05 sogar Vizepräsident für Kalifornien. Er war Mitglied der Berliner Freimaurerloge «Viktoria von Preußen» und danach auch Mitglied des Freimaurerritus «Memphis-Misraim». Heindel gründete dann seine Rosenkreuzer-Gemeinschaft, aus der u. a. das «Lectorium-Rosicrucianum» hervorging.
Mit diesen Angaben ist wenigstens die Richtung gewiesen, in welcher eingehende Untersuchungen hilfreich wären.
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