ERSCHEINUNGSFORMEN BEI BESESSENHEIT

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SANCTA ECCLESIA CATHOLICA

 

Welche Erscheinungen finden sich

gewöhnlich bei Besessenen?

Von Franz Spirago

Aus dem Buch: «Der Teufel in seinem Wirken» (Seite 90 – 94)

ISBN 3-929170-74-4 Pro Fide Catholica Verlag

Bestellmöglichkeit: Tel.: 08671 – 12015 / Altötting

Nachstehend sind Erscheinungen aufgeführt, die bei Besessenen beobachtet wurden und die typische Charaktere für Besessenheit anzeigen.

1. Die Besessenen haben in der Regel Mund und Augen geschlossen und scheinen zu schlafen, wenn der böse Geist aus ihnen spricht. Auch sind deren Gesichtszüge abscheulich verändert, wenn der Dämon aus ihnen wirkt.

2. Der böse Geist spricht aus ihnen zuweilen mit einer ganz anderen Stimme, als die Besessenen haben (Fremde Stimme).

3. Der böse Geist schreit oft aus den Besessenen oder heult wie ein Hund, grunzt wie ein Schwein oder ahmt andere Tierlaute nach; zuweilen stößt er auch Gotteslästerungen aus.

4. Der Teufel verursacht den Besessenen Schmerzen, zumeist Krämpfe, so dass sich jene Unglücklichen sogar vor Schmerz auf der Erde winden.

5. Wird der Besessene mit Weihwasser besprengt oder vom Priester gesegnet, empfindet der böse Feind Schmerzen, was dadurch zum Ausdruck kommt, dass die besessene Person zittert, sich krümmt, eine ängstliche Mine annimmt und dergleichen. Zuweilen jammert der Teufel, dass ihn das Weihwasser oder der priesterliche Segen brenne.

6. Dasselbe gilt auch, wenn dem Besessenen geweihte Gegenstände nahe gebracht oder auferlegt werden, z. B. eine geweihte Medaille, ein geweihtes Kruzifix, ein geweihter Rosenkranz und dergleichen.

7. Dasselbe gilt auch von den hl. Reliquien und von dem Namen „Jesus“ und „Maria“, wenn diese mit Andacht ausgesprochen werden.

8. Wird der Besessene in die Kirche gebracht, so gerät oder vielmehr der / die in ihm wohnenden Teufel in Aufregung und störten die Andacht, oder der Besessene bricht wie tot zusammen; aus der Kirche entfernt ist er wieder so beweglich wie zuvor.

9. Der böse Feind vermag aus den Besessenen auch in fremden Sprachen, die der Besessene gar nicht gelernt hat, Antwort zu geben, wenn er in einer solchen Sprache angesprochen wird.

10. Der böse Feind vermag durch den Mund des Besessenen geheime oder entfernte Dinge zu offenbaren, auch die geheimen Sünden der Umstehenden.

11. Während des Exorzismus wird der Besessene oder vielmehr der in ihm wohnende Teufel boshaft und fängt nicht selten an zu wüten und übermenschliche Kräfte zu zeigen.

12. Wenn der böse Feind infolge des Exorzismus den Besessenen verlässt, pflegt er ihn zu schütteln, zu strecken oder gar auf den Boden zu werfen, so dass dieser wie tot liegen bleibt (Siehe auch in der Heiligen Schrift: Markus 1, 26 und 9, 25). Auch pflegt der böse Geist, wenn er weicht, nicht selten Schaden anzurichten, indem er irgendeine Sache umwirft oder zerschlägt oder einen heftigen Gestank zurücklässt. In den „Salesianischen Nachrichten“ (Jahrgang 1931, Nr. 4, S. 92) erzählt ein Missionar, der in einer Farmerwohnung in Brasilien einen Exorzismus vorgenommen hatte, dass im Augenblick, als der böse Geist wich, über seinem Haupt unter gewaltigen Krachen ein großer Teil des Blechdaches abgerissen und bei vollständiger Windstille durch eine geheime Kraft meterweit fortgeschleudert wurde.

13. Wenn der böse Geist auf kürzere oder längere Zeit den Besessenen unbehelligt lässt, und dieser wieder zu sich kommt, so weiß der Besessene nichts von dem, was vorgefallen ist. Er ist gewöhnlich der Ansicht, dass er geschlafen habe.

14. Dasselbe gilt auch, wenn der böse Geist infolge der Teufelsbeschwörung den Besessenen auf immer verlassen hat. Dieser weiß gar nichts von dem, was der Teufel im Verlauf der Jahre mit ihm getrieben hat. Die Besessenheit ist also mit Bewusstlosigkeit verbunden.

15. Nachdem der Besessene durch den Exorzismus geheilt worden ist, besitzt der Geheilte nicht mehr die Kenntnis fremder Sprachen, das Wissen verborgener oder zukünftiger Dinge, die Riesenkraft, das Erheben in die Luft ohne menschliche Nachhilfe; auch erschrickt der Geheilte nicht mehr vor dem Weihwasser, dem Priestersegen, vor geweihten Gegenständen und Reliquien. Das alles ist der beste Beweis, dass ihn die geheime und böse Macht verlassen hat.

Das Rituale Romanum (die Richtlinien der katholischen Kirche für die Ausübung eines Exorzismus) gibt folgende Anzeichen an, aus denen teuflische Besessenheit erkennbar ist: Wenn die betreffende Person in einer ihr unbekannten Sprache redet oder diese versteht; wenn sie entfernte oder geheime Dinge zu offenbaren imstande ist; wenn sie über ihr Alter hinausgehende oder übermenschliche Kräfte entwickelt.

Erfahrungsgemäß ist es in manchen Fällen sehr schwierig, die teuflische Besessenheit festzustellen. Zahn behauptet in seiner „Einführung in die christliche Mystik“ § 36 S. 440, es sei bei mystischen Phänomenen schon vorgekommen, dass ganze Kommissionen falsch entschieden haben. Deswegen ermahnt auch das Rituale Romanum, man soll nicht leicht jemanden für besessen halten, und die Anzeichen beachten, aus denen ersichtlich ist, dass nicht etwa eine leibliche Krankheit, sondern tatsächlich Besessenheit vorliegt. Zuweilen sind eben nur hysterische oder epileptische Anfälle vorhanden.

Hysterisch?

Für die Vertreter der religionsfeindlichen Wissenschaft sind derartige Vorkommnisse, wie sie sich bei den Besessenen zugetragen haben und in dieser Schrift (Der Teufel in seinem Wirken) erzählt werden, eine schwere Belastung. In ihrer Ratlosigkeit helfen sich manche mit der Behauptung, jene Personen, die wir „vom Teufel besessen“ nennen, seien hysterisch gewesen. Man hält sich an den Satz: „Was man nicht erklären kann, das sieht man als hysterisch an.“ Nun die Antwort auf diese willkürliche Behauptung:

1. Die vom Teufel besessenen Personen, denen durchwegs Sprachkenntnisse fehlten, gaben oft auf lateinische Fragen oder Fragen in einer anderen fremden Sprache tadellose Antwort in der ihnen unbekannten Sprache. Erlangen vielleicht hysterische Personen plötzlich Sprachkenntnisse? Das wird doch niemand glauben wollen.

2. Jenen Personen, die nach unserem Urteil vom Teufel besessen waren, wurden, wenn sie lärmten und wüteten, oft durch Besprengen mit Weihwasser oder durch Auflegen oder Berührung der geweihten Priesterhand, bzw. geweihten Priesterfinger, augenblicklich auf einige Zeit zur Ruhe gebracht. Sind hysterische Personen wirklich für das Weihwasser und die geweihten Priesterfinger so empfänglich?

3. Die vom Teufel besessenen Personen klagten und jammerten, dass sie das Weihwasser brennt und ihnen Schmerz bereitet. Es ist kaum glaublich, dass Weihwasser hysterische Personen brennen sollte.

4. Die vom Teufel besessenen Personen haben übermenschliche Kraft entfaltet, so dass sie viele starke Männer nicht zu bändigen vermochten. Seit wann sind hysterische Personen so stark?

5. Manche vom Teufel besessenen Personen, wie z. B. Germana zu St. Michael in Natal, erhoben sich aus freien Stücken meterhoch in die Luft. Dass sich hysterische Personen frei in der Luft zu erheben imstande seien, hat man noch nicht gehört.

6. Die vom Teufel Besessenen sagten Personen ihrer Umgebung deren geheime Sünden mit allen näheren Umständen, die sie doch nicht wissen konnten, was gewöhnlich zur Folge hatte, dass diese Personen alsbald ihre Sünden dem Priester beichteten und sich dadurch von den Sünden losmachten. Dass hysterische Personen unbekannte Geheimnisse ihrer Mitmenschen wissen sollten, ist sehr zu bezweifeln.

7. Die vom Teufel besessenen Personen wurden durch den an ihnen vorgenommenen feierlichen Exorzismus geheilt. Dass die Teufelsbeschwörung die Hysterie augenblicklich heilen sollte, ist ganz ausgeschlossen, zumal hysterische Personen nur durch jahrelange ärztliche Bemühungen geholfen werden kann.

Es bleibt also nichts übrig, als einzugestehen, dass ein geistiges Wesen, ein Dämon, jene unglücklichen Menschen beeinflusst und in seiner Gewalt hat. Mit dem Hinweis auf etwaige Hysterie haben also die religionsfeindlichen Wissenschaftler kein Glück.

Wieder andere, die auch die Augen vor der Wahrheit verschließen, wagen zu behaupten, die außergewöhnlichen Erscheinungen im Leben jener Besessenen seien die Folge der Tobsucht. Die Antwort auf diese unwissenschaftliche Behauptung ist dieselbe, wie wir sie unter Nr. 1 bis 7 gelesen haben: nur wäre statt „hysterisch“ das Wort „tobsüchtig“ einzusetzen. Ähnlich antwortet man auch, wenn jemand die Besessenheit für Epilepsie, also für eine Nervenkrankheit hält. Als der katholische Theologe Jahn zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Besessenheit für eine natürliche Krankheit erklärte, kam sein Werk auf den Index.

Nun sei noch ein konkreter Fall angeführt, Ein protestantischer Physiologe, Dr. Hoppe, hat z. B. die unerklärlichen Vorkommnisse bei den beiden Kindern in Illfurt zurückgeführt auf ein krankes Gehirn, auf hysterisch-choreatische Verwirrtheit(!) der beiden Knaben und nicht auf Teufelswerk. Diesen gelehrten Herrn antwortete der Verfasser der Broschüre „Die zwei besessenen Knaben zu Illfurt (1921 Straßburg) auf Seite 60: „Das ist aber eine überaus schwache, unwissenschaftliche Argumentation… Was muss das für eine Gehirnorganisation sein, dass Kinder fremde, nie gelernte Sprachen mit Geläufigkeit sprechen, dass sie die Gewissen anderer Menschen aufdecken und ihnen die geheimsten Fehler offenbaren, dass sie von wissenschaftlichen Sachen reden wie Sachverständige es nicht besser zu tun vermögen, das sie zukünftige Dinge voraussagen, die sich dann mit Genauigkeit erfüllen, oder die Kräfte entwickeln, die weit über Kinderkräfte gehen? Was muss das für eine auffallende Gedächtnisanlage sein, wenn Kinder, die anno 1855 oder 1857 geboren sind, sich noch aller Einzelheiten erinnern, die sich 1639 im Schwedenkrieg oder 1794 in der großen Revolution in einzelnen Familien von Illfurt zugetragen haben! Solche Phänomene mit hysterisch-choreatischer Verwirrung zu erklären zeigt, zu welchen Ungereimtheiten ein Gelehrter seine Zuflucht nehmen muss, wenn er das Übernatürliche um jeden Preis verwerfen will.“

 

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