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Die Geburt des Okkultrock
Von U. Bäumer
Aus dem Buch: Wir wollen nur deine Seele / Rockszene und Okkultismus (Seite 9 – 16)
ISBN 3-89397-103-3 (CLV) 1984, CLV Christliche Literatur-Verbreitung
Postfach 110135 / 4800 Bielefeld
Man schreibt das Jahr 1969. Drei Jahre nachdem das „Zeitalter der Teufelsanbetung“ mit der Gründung der ersten Satanskirche in San Francisco eingeläutet worden ist, treten Okkultismus und Satanskult auch in der Rockszene frech an die Öffentlichkeit. Den Anfang machte die englische Formation „Black Sabbath“ (Schwarzer Sabbath). Der Name hält was er verspricht: Mit ihrer neuartigen Bühnenshow, bei der harte Rockmusik durch Schwarze Messen, Teufelsbeschwörung und Hexenkult illustriert wird, entwickelt sich die Gruppe zum Prototyp und zur Inkarnation des „Okkultrock“, jener besonderen Sparte der Rockmusik, bei der okkulte Elemente (Magie, Spiritismus, Satanismus usw.) in Liedtexten und in der Bühnenshow im Vordergrund stehen. Diese Kombination von Hardrock mit Okkulten und Satanischem sollte Schule machen: „Black Sabbath“ wurde zum Vorkämpfer für jene Bands aus der jüngsten Heavy-Metal-Szene, die in den letzten Jahren ihr Publikum das Fürchten gelehrt haben.
Das Rock-Lexikon berichtet:
„Black Sabbath verschwor sich 1969 in Birmingham zum totalen Rock und taufte sich nach einem Horrorfilm mit Boris Karloff. Ein Jahr später war das Quartett mit dem in zehn Minuten arrangierten Debilen-Tripp ‚Paranoid’ auf beiden Seiten des Atlantik eine Hitband. Ozzy Osbourne (voc), Tony Iommi (g), Geezer Butler (bg) und Bill Ward ergingen sich zunächst in okkulten Bühnen-Ritualen und prahlten von gewalttätigen Kinderspielen in den Arbeitervierteln Birminghams, bis sie sich als romantische Rock-Outlaws volkstümlich gemacht hatten. Ihr Erfolg beim minderjährigen Publikum stand im umgekehrten Verhältnis zur Wertschätzung der Kritiker. Der zähflüssige Lava-Sound mit einer enervierend jammernden Solostimme transportierte Society-Schock-Texte vom Kaliber ,Nimm dir ein Leben, es wird billig; töte jemand, niemand wird weinen. Die Freiheit ist dein, tu nur deine Pflicht, wir wollen bloß deine Seele’ (Cornucopia).
Diese begeisterten die Jugendlichen Amerikas so sehr, dass die Band pausenlos auf Tournee war und ständig Goldalben kassierte. Erst nachdem einige Spieler bei Konzerten vor Erschöpfung zusammengebrochen waren, gab die Band ihre hektischen US-Reisen auf. Osbourne begründete es anders: ,Amerika ist das satanischste Land der Welt. Für Dollars machen die Yankees alles. Die Leute (mit ihrer Rauschmittelgier) sind fast wie lebende Alpträume. Ich wundere mich, dass die Hälfte von ihnen nicht mit einem Sarg ins Konzert kommt.’”
Black Sabbaths erstes Album wird von dem Rockmusik-Experten Tibor Kneif mit folgenden Worten kommentiert:
„Im selben Jahr wie Deep Purples ,In Rock’ erschien das Debutalbum von Black Sabbath, ebenfalls aus England. Von ihm aus wurde im Hardrock eine Nebenlinie eingeschlagen, die man angesichts ihrer von Hitchcock inspirierten Mittel ,Gruselrock’ nennen könnte: Der Aspekt der Gewalt wird hier als Angst vor dem Unheimlichen sublimiert. Die Titelkomposition des genannten Albums wird von Glockengeläut und von jener unheilverkündenden, verminderten Quinte, dem so genannten Tritonus, untermalt, die in älteren russischen Programmkompositionen selten ihre beklemmende Wirkung verfehlten. Wie in den besseren Dracula-Filmen eigentlich das bloße Schattenspiel den Horror hervorruft, deutet auch hier der Text das Entsetzen der vorangegangenen Nacht nur atmosphärisch an, statt es zu benennen. Die Nähe zur schwarzen Magie bekundet sich auf der inneren Covergestaltung des Albums von 1970 durch ein geheimnisvolles, auf den Kopf gestelltes Kreuz. Das Außenbild zeigt ein verfallenes Haus, abgestorbenes Geäst und, unwirklich davorstehend, eine blasse Tochter Draculas.“
Anton La Vey, ein Anbeter des Teufels und Gründer der ersten offiziellen Satanskirche in den USA („First Church of Satan“), erklärte im Nov. 1968: „Die Masse, die dem Bösen anhängt, verkehrt das Vaterunser, vermischt es mit Obszönitäten und tritt das Kreuz Christi mit Füßen oder hängt es auf den Kopf gestellt auf.“
Kostprobe aus der Titelkomposition
„Black Sabbath“:
„Was ist das?! Es steht vor mir. Eine Gestalt in schwarz, die auf mich zeigt! Dreh schnell um und lauf los!
Finde nun den Auserwählten heraus!
Die schwarze Gestalt mit Augen aus Feuer zeigt den Leuten ihr Verlangen.
Ich sehe die Flammen wie sie höher und höher schlagen! Oh, nein, nein, nein, nein!! Gott hilf mir!!!“
In dem Song „NIB“ wirbt Luzifer (Satan)
um die Seele des Hörers:
„Manche Leute sagen, dass meine Liebe nicht echt sein kann. Bitte glaube mir, mein Liebling, und ich werde es dir zeigen. Oh liebe mich jetzt: und du wirst nicht bedauern, mit dem Leben zu brechen, das du vor unserer Zusammenkunft lebtest. ...Mein Name ist Luzifer – bitte nimm meine Hand!“
Black Sabbaths erste LP bewirkte Wellen der Entrüstung, der Ablehnung aber auch Zustimmung; und so ganz nebenbei sorgte es für einen Boom auf dem Büchermarkt. Bücher, die von Schwarzen Zauber, Hexenkult und Geisterbeschwörung handeln, fanden plötzlich reißenden Absatz.
Auf der Plattenhülle der LP
„Reflektion – Black Sabbath“ wird geprahlt:
„Gleich auf der ersten LP beschworen sie Satan, der dann allerdings tatsächlich kam. Er versprach ihnen Erfolge in aller Welt. Wenn sie nur in jedem Jahr beim großen Sabbath aufspielen würden. Beide Teile haben bis heute ihr Wort gehalten. Sechs erfolgreiche Longplayer, gewaltige Konzerte vor den Fans aller Welten. Dort spielten sie ihren höllischen heißen Hardrock, gerade ideal temperierte Musik für Höllenfeste. Für die schwarzen Sabbate, die blutigen.
Und du, armer Narr, der du diese LP in Händen hältst, wisse denn, dass du mit ihr deine Seele verkauft hast, denn sie wird schnell in diesem höllischen Rhythmus, in der teuflischen Kraft dieser Musik, gefangen sein. Und dieser musikalische Tarantelbiss wird dich tanzen lassen, ohne Pausen, ohne Ende, ohne Pause.“
Für Fans gibt es sogar Aufkleber, die frei und offen verkünden: „I’m possessed by Black Sabbath“ („Ich bin von Black Sabbath besessen“)!
Hochgradige Dämonie tritt uns auf dem Cover der LP „Sabbath Bloody Sabbath“ entgegen, auf dem ein abscheuliches Satansritual abgebildet ist. Darauf erscheint auch die berühmt-berüchtigte Zahl 666 -, die Zahl des „Antichristen“ (Offb. 13,18), die bei Teufelsanbetern eine große Rolle spielt. Die Zahl 666, die zusammen mit einem Totenkopf und gekreuzigten Knochen auch auf manchen T-Shirts des Fanclubs erscheint, kann man als ein offenes Bekenntnis zum Satanismus werten.
Black Sabbath – Schlagzeuger Bill Ward sagte einmal offen, dass er fühle, „Satan könne Gott sein“.
Sein Bandkollege Ozzy Osbourne behauptet, dass er gezwungen wurde, den okkulten Horrorfilm „Der Exorzist“ 26mal (!) zu sehen. Er sagt über sich: „Ich weiß nicht, ob ich das Medium einer äußeren Macht bin. Was immer es ist, hoffe ich freilich, dass es nicht das ist, was ich denke – Satan.“
Unglaublich, aber wahr
Nach diesen Auskünften der Musiker verwundert es nicht, dass sie in einigen ihrer Songs Satan persönlich zu Wort kommen lassen: „Herr dieser Welt“ („Lord of this World“)
„Du erforschest deinen Geist und weißt nicht, wo du beginnen sollst. Du kannst den passenden Schlüssel zu deinem Herzen nicht finden. Du denkst, du weißt es, aber du bist dir nie ganz sicher. Deine Seele ist krank, aber du wirst kein Heilmittel finden.
Deine Welt wurde für dich von jemanden im Himmel geschaffen, aber du wählst böse Wege – anstatt der Liebe. Wo immer du lebst, machst du mich zum Herrn dieser Welt. Deine Seele, die ich dir nahm, wurde nicht mal vermisst.
Herr dieser Welt – übler Besitzer
Herr dieser Welt – er ist jetzt dein Beichtvater!
Du meinst, du bist unschuldig und habest nichts zu befürchten. Du sagst, du kennst mich nicht – aber ist das nicht klar? Du wendest dich zu mir – mit all deiner weltlichen Gier und Hochmut. Aber wirst du dich mir auch zuwenden, wenn du sterben wirst?“
Dieser Song stammt von der LP „Master of Reality“ (1971). Black Sabbath bringen auf derselben Platte das folgende Verwandlungskunststück zustande, das – unglaublich, aber wahr – sehr christlich klingt:
„After Forever“
„Hast du jemals über deine Seele nachgedacht – kann sie wohl gerettet werden? Oder vielleicht aber denkst du, dass du einfach nur im Grab bleibst, wenn du gestorben bist.
Ist Gott nur ein Gedanke inmitten deines Kopfes, oder ist er ein Teil deiner selbst? Ist Christus nur ein Name, den du mal in einem Buch gelesen hast, als du in der Schule warst?...
Nun, ich habe die Wahrheit gesehen. Ja, ich habe das Licht erschaut, und ich habe meine Wege geändert. Und ich werde am Ende unserer Tage vorbereitet sein, wenn du einsam und ängstlich bist.
Ist es möglich, dass du Angst vor dem hast, was deine Freunde sagen könnten – wenn sie wüssten, dass du an Gott glaubst? Bevor sie kritisieren, sollten sie erkennen, dass Gott der einzige Weg zur Liebe ist...
Ich denke, es ist wahr, dass es Leute so wie du waren, die Christus kreuzigten. Ich glaube, es ist traurig, dass deine Meinung die einstimmige Meinung war. Wirst du deiner Sache sicher sein, wenn dein Tod nahe ist und sagen, du glaubst nicht? Du hattest die Möglichkeit, aber du hast abgelehnt – nun kannst du es nicht wiedergutmachen.
Vielleicht wirst du endlich nachdenken, bevor du sagst, Gott sei tot und vergessen. Öffne deine Augen und erkenne einfach, dass er der einzige ist, der dich vor jetzt von all deiner Sünde und deinem Hass erretten kann. Oder wirst du noch immer über all das höhnen, was du jetzt hörst? – Ja – Ich denke, dass es zu spät für dich ist.“
Ich hoffe, dass dieser kurze Abriss deutlich macht, wie auch gläubige Christen mit teuflischer List in die Irre geführt werden können. Ein „frommer“ Text (wie „After Forever“) liefert noch längst keinen zuverlässigen Aufschluss über den geistigen Hintergrund des Interpreten! Bereits der Apostel Paulus wies schon darauf hin, dass der Satan sich oft sehr geschickt zu tarnen und die Menschen zu betrügen weiß, damit sie ihm auf den Leim gehen.
Mit Sicherheit wird der eine oder andere auf die Metallkreuze verweisen, die von den Gruppenmitgliedern getragen werden. Ein Ausdruck ihrer christlichen Gesinnung? Niemals! Im Wissen um die Gefahren von seitens der Dämonen beschützen sich bestimmte Okkultisten (die „Weißen Magier“) mit einem Metallkreuz. Ihrer Aussage nach sollen die bösen Mächte hiervor Angst haben. Die vier „Höllenrocker“ scheuen sich aber nicht, ihre Kreuze zuweilen auch auf den Kopf gestellt aufzuhängen…
Bob Larson, der in den USA als christlicher Experte auf dem Gebiet der Rockmusik gilt, zeigte sich äußerst beunruhigt über die Zahl an Black Sabbath-Alben, die er bei christlichen Jugendlichen vorfand:
„Ich war schockiert, eine beunruhigende Zahl sich zu Christus bekennender junger Leute zu finden, die Black Sabbath-Alben kaufen und sich anhören, obwohl sie um die satanischen Neigungen dieser Gruppe wisse. Einige haben versucht, Black Sabbath zu verteidigen, indem sie einen ihrer Songs mit dem Titel ,After Forever’ erwähnen…“
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