DER PFARRER VON ARS

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SANCTA ECCLESIA CATHOLICA

 

Der heilige Pfarrer von Ars

«Der» entfesselte Böse

Von Franz Burger

Aus dem Buch: Johannes-Maria-Vianney / Der heilige Pfarrer von Ars

(Seite 170 – 180)

ISBN 3-87449-183-8 Miriam-Verlag

Bestellmöglichkeit Tel.: 08671 – 12015

Der große Patron der Priester wird bis heute noch wie zu seinen Lebzeiten nur «der Pfarrer von Ars» genannt. Johannes-Baptist-Maria Vianney, so sein vollständiger Name, ging derart in seinem Amt auf, dass dieser Titel unweigerlich mit ihm verbunden ist. Sein Ruhm wirkte sich auch auf Ars aus, das ihm als Pfarrei anvertraut wurde. Durch ihn wurde es «in einen solchen Glanz getaucht, dass Pilger aus allen Teilen der Welt kamen, um sein Licht zu bewundern.»

Vianney hat die Nöte eines Priesters- und Pfarrerdaseins in seinem vergessenen Bauerndorf tiefer empfunden als etwa unsere Großstadtseelsorger. Seine Arbeit wird täglich mehr, weil immer mehr Menschen den Weg zu ihm finden, ohne dass deshalb sein Leiden abnähme. Im Gegenteil: Die Stunden vor dem Tabernakel, in denen er wie sonst an keinem Ort Mut und Trost findet, werden immer kürzer und seltener. «Ich verdorre vor Kummer auf dieser armseligen Erde», vertraut er sich einem Mitbruder an. «Meine Seele ist zu Tode betrübt. Meine Ohren hören nur Schlechtigkeiten, die mir das Herz zernagen. Ich habe keine Zeit mehr zum Beten. Ich kann es hier nicht mehr aushalten. Sagen Sie mir doch, wäre es eine große Sünde, wenn ich dem Bischof ungehorsam wäre und heimlich von hier fortginge?»

Schon in seinen ersten Jahren in Ars peinigt ihn die Verzweiflung. Er sieht fortwährend die Hölle unter seinen Füßen und eine innere Stimme sagt ihm, dass ihm dort sein Platz schon vorausbestimmt sei. Er mag sich dagegen wehren wie er will, er kann dieser furchtbaren und unentwegten inneren Bedrängnis nicht Herr werden. Dazu kommt von außen die Bosheit der Menschen, zu der sich bald darauf auch noch die Belästigungen und Quälereien des Teufels und seiner Dämonen gesellen.

Zur selben Zeit, als er daran denkt, die Mädchenschule ins Leben zu rufen, wird sein Pfarrhaus von seltsamen Geräuschen heimgesucht. Der Pfarrer will gerade zu Bett gehen, da dröhnen plötzlich drei mächtige Keulenschläge an die Hoftür, als ob man das Haus stürmen wollte. Er öffnet das Fenster und ruft hinab, aber niemand meldet sich. So empfiehlt er sich der heiligen Jungfrau und seinem Schutzengel und legt sich nieder. Er ist aber noch nicht eingeschlafen, da dröhnen wieder drei wuchtige Schläge durch das Haus, diesmal aber nicht an der äußersten, sondern an der inneren Tür zum Treppenaufgang. Der Pfarrer springt aus dem Bett und ruft zum zweiten Mal hinunter: «Wer ist denn da?» Aber auch jetzt antwortet niemand. Vianney befürchtet, es wären Diebe, da er im Pfarrhaus die prächtigen Gewänder aufbewahrt, die erst vor wenigen Tagen vom Grafen für die Kirche eingetroffen sind. Er bittet deshalb den 28jährigen Andreas Verchére, bei ihm zu schlafen.

Der starke, lebenslustige Wagnergeselle kommt am nächsten Abend und unterhält sich mit dem Pfarrer bis gegen zehn Uhr, dann gehen beide auf ihr Zimmer und legen sich nieder. Aber Verchére schläft nicht. Um ein Uhr nachts hört er an der Klinke der Hoftür heftig rütteln. Zugleich dröhnen Keulenhiebe dagegen, während im Pfarrhaus selbst ein Donnergepolter losgeht, «als ob alle Wagen Lyons über die Dielen führen». Das ganze Haus zittert und bebt, als o es jeden Augenblick einstürzen wollte. Verchére schlottern die Knie so heftig, dass er sie nach acht Tagen noch immer spürt.

«Herr Pfarrer, ich glaube, es ist der Teufel», erklärt er Vianney, als dieser in sein Zimmer kommt. Er ist nicht zu bewegen, am nächsten Abend wiederzukommen. «Herr Pfarrer, ich habe genug von dieser Geschichte.» Was der Pfarrer nur zu gut verstehen kann. «Mein armer Verchére zitterte am ganzen Leibe samt seinem Gewehr. Er dachte nicht einmal daran, dass er eines hatte …»

Nun wachen abwechseln andere Männer im Pfarrhaus und im Glockenturm. Vianney selbst stellt eine Heugabel neben sein Bett, weil er hört, wie man an seinen Bettvorhängen reißt und zerrt, so dass er sich wundert, sie am nächsten Morgen noch ganz zu finden. Er meint, es seien Ratten.

In einer Winternacht, in der soeben frischer Schnee gefallen war, hört er seinen Hof von Schritten und Stimmen widerhallen, «wie von einem Heer Österreicher oder Kosaken», die in einer fremden Sprache wild durcheinander schreien. Er springt aus dem Bett und läuft hinunter, doch als er unten ankommt, ist es mäuschenstill und, was noch befremdlicher ist, im Schnee ist nicht die geringste Spur zu sehen. Nun gibt es für ihn keinen Zweifel mehr. Das, woran er anfangs nicht einmal im Schlaf dachte, ist Wirklichkeit: Es ist der Teufel, der ihm mit seinen höllischen Horden seine nächtlichen Aufwartungen macht!

Er schickt die Wächter heim und empfiehlt sich umso inständiger dem Schutz Gottes. Diese Teufelsgeschichten verbreiten sich wie ein Lauffeuer in der Umgebung. Der Klerus lacht. «Der Pfarrer von Ars soll essen und sich die nötige Ruhe gönnen wie jeder normale Mensch, dann wird dass Rumoren in seinem Hause, d.h. in seinem Kopf, gleich aufhören.» Man sagt ihm das auch ins Gesicht, und mit nicht gerade schmeichelhaften Ausdrücken. Bei der Mission in Saint-Trivier, im Winter 1826, stellt man ihn als Visionär und halben Narren hin. Vianney schweigt zu allen Angriffen und lächelt demütig vor sich hin.

Eines Abends, als man besonders heftig über ihn hergefallen ist, macht er bloß die Bemerkung: «Wundert euch nicht, wenn ihr in der Nacht ein seltsames Gepolter hört», doch seine Worte gehen im Gelächter unter. Dann zieht er sich aufs Zimmer zurück. Kurze Zeit später wünschen sich auch die Lacher «Gute Nacht!» und begeben sich im Glauben an ihre geistige Überlegenheit zur Ruhe. Gegen Mitternacht fahren plötzlich alle aus dem Schlaf. Ein Höllenlärm erfüllt das ganze Haus. Türen schlagen auf und zu, die Fenster klirren, die Wände beben, alles scheint drunter und drüber zu gehen und das ganze Haus kracht, als müsste es im nächsten Augenblick einstürzen. Im Nu sind alle auf den Beinen und stürzen ins Zimmer Vianneys, dem Zentrum des ganzen Spektakels. «Man ermordet den Pfarrer von Ars!», schreit Kaplan Benoît.

Doch als man in sein Zimmer kommt, liegt Vianney seelenruhig im Bett, das allerdings mitten im Zimmer steht. «Der Teufel hat mich hierher geschoben», sagt er lächelnd, «er macht diesen Höllenspektakel. Ihr könnt euch ruhig wieder niederlegen, es ist weiter nichts los. Es tut mir nur leid, dass ich euch nicht gewarnt habe … Doch ihr werdet sehen, das ist ein gutes Vorzeichen: Morgen werden wir einen großen Fisch fangen…[Anm.: Ein großer Sünder der beichten wird!]» Am nächsten Abend kommt wirklich ein schwerer Fisch: Nach der Predigt schreitet Herr des Murs, der schon seit langer Zeit nicht mehr bei den Sakramenten war, durch die ganze Kirche zum Beichtstuhl nach vorne.

Immer, wenn sich ein großer Sünder Ars nähert, verdoppelt der Teufel seine wütenden Angriffe. «Der Grappin (Teufel) ist dumm, er meldet mir selbst die Ankunft der Sünder», erklärt der Pfarrer lachend. Der Zweck der nächtlichen Heimsuchungen ist offenbar, nämlich Vianney zu ermüden und ihn durch Entziehung der ohnehin nur wenige Stunden währenden Nachtruhe für seine Seelsorgearbeit weniger geeignet zu machen. Zweifellos will er sich auch für die Seelen, die ihm der heilige Priester entreißt, rächen. Er tobt und wütet, aber er kann in seiner Bosheit nicht weiter gehen, als es Gott ihm in seiner undurchschaubaren Weisheit und Güte erlaubt.

An sich sind die Belästigungen des Teufels zum größten Teil läppisch. Er wirft die Stühle durcheinander und rüttelt an den Möbeln, poltert mit schweren Schritten die Treppe hinauf, ahmt eine Kavallerie-Abteilung nach, schlägt Nägel in den Fußboden, spaltet Holz, sägt Bretter, reißt an den Vorhängen oder trommelt auf dem Wasserkrug den Generalmarsch. Manchmal ruft er ihn auch mit einer schrillen, hässlichen Stimme: «Vianney! Vianney!», oder schimpft ihn «Kartoffelfresser! [Anm.: Der heilige Pfarrer von Ars fastet sehr streng für die – Bekehrung – der Armen Sünder, und ernährt sich überwiegend, wenn überhaupt, mit Kartoffeln]», oder droht ihm: «Wir kriegen dich schon! Du kommst uns nicht aus!» Oft hört er auf dem Dachboden über sich stundenlang Schafherden dahintrippeln, oder unter sich ein Gepolter, als ob ein wildgewordenes Pferd bis zur Decke emporspränge und sich dann auf allen Vieren wieder zur Erde fallen ließe. An Schlafen ist bei einem solchen Lärm kaum zu denken.

Einmal, als das boshafte Treiben besonders heftig ist, sagt er: «Mein Gott, ich will gern ein paar Stunden Schlaf für die Bekehrung der Sünder opfern», da hört das Gepolter augenblicklich auf, und er kann wenigsten eine Weile schlummern.

In der «Vorsehung» und seinen Vertrauen gegenüber spricht Vianney gern von den nächtlichen Heimsuchungen der Hölle. «Der Teufel ist sehr schlau», sagt er eines Tages in der Katechese (Religionsunterricht), «aber er ist nicht stark. Ein Kreuzzeichen schlägt ihn in die Flucht. Seht, vor drei Tagen machte er einen großen Lärm über meinem Kopf. Man hätte sagen können, alle Wagen von Lyon führen daher … Gestern Abend rüttelten ganze Horden von Teufeln an meiner Tür. Sie sprachen wie ein fremdes Kriegsheer. Ich habe kein Wort davon verstanden. Da machte ich das heilige Kreuzzeichen, und sie zogen ab.»

Der Böse setzt die Geduld des heiligen Priesters jedoch auf eine harte Probe. «Ich begreife nicht, wie man in einem Hause schlafen kann, in dem es so schrecklich lärmt», sagt ein Gipser, der fast eine Woche im Pfarrhaus wohnt, um Formen für Statuen abzunehmen.

«Macht ihnen dieser Lärm, dieses Schreien und Poltern keine Angst?», fragten ihn eines Tages die Missionare. «O nein», antwortete er ruhig, «ich weiß, dass es der Grappin ist, und das genügt mir. Wir haben uns aneinander gewöhnt und sind gewissermaßen Kameraden.»

Wie wütend der Teufel auf Ars und seinen Pfarrer ist, beweist der Wutausbruch einer Besessenen [siehe auch auf dieser Website über Besessenheit: «Der letzte deutsche Exorzismus in Klingenberg»], die er auf dem Dorfplatz entsetzlich quält: «Was für eine Schmutzecke euer Ars doch ist! Wie widerlich es hier stinkt! ....In Ars stinkt alles … Da nennt mir die Rotonde (ein verrufenes Lokal in Lyon) – da riecht es gut, nach Rosen, Jasmin und Nelken ….» Dann wendet sich die vom Teufel Besessene an die Umstehenden: «Ha, wenn die Verdammten nach Ars kommen könnten, die zögen größeren Nutzen daraus als ihr alle …»

Vianney hat am Treppenaufgang zu seinem Zimmer ein mittelmäßiges, grob gemaltes Marienbild hängen, das die «Verkündigung Mariens» darstellt, und das er sehr verehrt. Dieses Bild besudelt der Teufel nun täglich auf die gemeinste Weise mit Kot. Man mag es noch so gut säubern, am nächsten Morgen ist es schmutziger denn je. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als es zu entfernen.

Am 23. Januar 1840 entwickelt sich in der Täuferkapelle zwischen dem Pfarrer und einer Besessenen aus Puy en Vélay in Gegenwart von acht Personen ein aufschlussreiches Gespräch: «Ich bin unsterblich», sagt die Besessene. «So bist du also die einzige Person, die nicht stirbt?» - «Ich habe in meinem Leben nur eine Sünde begangen, und gebe allen, die es wünschen, Anteil an dieser schönen Frucht. Erhebe deine Hand, sprich mich los! Du erhebst sie ja hin und wieder für mich.» - «Tu quis es – wer bist du?» - «Magister, Caput – der Meister, das Oberhaupt. (Luzifer) Garstige, schwarze Kröte, was lässt du mich leiden! … Wir bekriegen uns gegenseitig, wollen wir sehen, wer den anderen besiegt. Aber was immer du auch erringst: Von Zeit zu Zeit wirst du doch für mich arbeiten. Du hältst deine Leite für vorbereitet, und sie sind es nicht … Warum hältst du mit deinen Beichtkindern Gewissenserforschung? Wozu dieses viele Nachforschen? Genügt dir jene nicht, die ich mit ihnen mache?»

«Du sagst, du hältst mit meinen Beichtkindern Gewissenserforschung? Sie nehmen doch zum lieben Gott ihre Zuflucht, bevor sie damit beginnen.» - «Mit den Lippen, ich sage dir, dass ich es bin, der mit ihnen die Gewissenserforschung macht. Ich bin öfter in deiner Kapelle, als du denkst. Mein Körper geht, aber mein Geist bleibt … Ich habe es gern, wenn man da plaudert. Nicht alle, die hierher kommen, sind gerettet [siehe auch auf dieser Website über die schlechten Beichten (wer nicht preziöse Angaben über seine Sünden gibt, die Zahl und den Grad der Verfehlung anzeigt, der plaudert!): «Don Boscos Visionen über die Hölle»]…Du bist ein Geizhals.»

«Das ist nicht gut möglich. Ich habe wenig, und das wenige, das ich habe, gebe ich gerne her.» - «Von diesem Geiz spreche ich nicht, ich meine einen anderen. Du bist begierig nach Seelen, du entreißt mir so viele, als du nur kannst, aber ich werde mein Möglichstes tun, sie wieder zu rauben … Du bist ein Lügner. Schon lange hast du gesagt, du wollest von hier weggehen, und bleibst nach wie vor. Was machst du denn da? So viele andere ziehen sich zurück, um auszuruhen. Warum machst du es nicht wie sie? Du hast mehr als genug gearbeitet. Du wolltest nach Lyon gehen … Dort würdest du ebenso geizig sein wie hier. Du wolltest dich in die Einsamkeit zurückziehen? Warum tust du es nicht?»

«Was hast du mir denn noch vorzuwerfen?» - «Am letzten Sonntag habe ich dich während der Messe recht gestört. Ha, erinnerst du dich noch?» Tatsächlich! Es war der zweite Sonntag nach Erscheinung, und er war bis zum Evangelium äußerst verwirrt. «Unlängst hat dir dein Violettrock geschrieben. Aber ich habe so schön und gut dafür gesorgt, dass er eine wesentliche Sache vergessen hat. Das hat den Brief bedeutend anders gemacht.»

«Wird mich Monsignore ziehen lassen?» - «Er liebt dich zu sehr. Ohne diese … (sie sagt ein niederträchtiges Schimpfwort und meint damit die Unbefleckte Jungfrau Maria) wärst du nicht mehr da. Wir haben bei deinem Violettrock alles Mögliche getan, um dich wegzubringen, aber wegen dieser … haben wir nichts ausgerichtet. Dein Violettrock ist ebenso geizig wie du. Er lässt mich genauso leiden wie du, tut nichts. Wir haben ihn über einen Missbrauch in seiner Diözese eingeschläfert … Nun, so erhebe deine Hand über mich, wie du es über so viele andere tust, die täglich herkommen. Du glaubst, sie alle zu bekehren: Du irrst dich. Das ist für den Augenblick gut, aber dann finde ich sie wieder. Auch von deinen Pfarrkindern habe ich einige auf meiner Liste …»

«Was sagst du zu N.N.?» einem Priester von erprobter Tugend. Die Besessene knirscht grässlich mit den Zähnen und stößt voll Wut hervor: «Ich mag ihn nicht.» - «Und zu N.N.?» - «Ach ja, der lässt uns machen, was wir wollen. Es gibt schwarze Kröten, die mich so leiden lassen wie du. Ich diene ihnen bei ihrer Messe. Sie lesen sie für mich …» - «Dienst du bei der meinigen?» - «Du langweilst mich. Ach wenn die … dich nicht beschützte! Aber Geduld! Wir haben Stärkere als dich zu Fall gebracht. Du bist noch nicht tot … Warum stehst du so früh auf? Du bist deinem Violettrock ungehorsam. Er hat dir befohlen, dich mehr zu schonen … Warum predigst du so einfach? Man hält dich für einen Nichtwisser. Warum predigst du nicht großartig, wie es in den Städten geschieht? Ha, was ich mich über diese großartigen Reden freue, die niemand lästig fallen und die Leute nach ihrer Weise leben und tun lassen, was sie wollen! In deinen Katechesen schlafen auch manche, aber anderen wieder geht deine einfache Rede zu Herzen …»

Der Bischof hat Vianney die Vollmacht gegeben, den Exorzismus auszuüben und die Besessenen von ihren unsichtbaren Peinigern zu befreien. Dafür versucht ihn der Teufel nachts aus dem Bett zu werfen, lässt er seine Bußgeißel sich wie eine Schlange bewegen, überfluten Scharen von Dämonen in Gestalt von Fledermäusen sein Zimmer oder laufen ihm wie Ratten über das Gesicht …

Am 23. oder 24. Februar 1857 zündet ihm der Böse das Bett an, während er im Beichtstuhl sitzt. «Schon lange habe ich Gott um diese Gnade gebeten, und endlich hat er mich erhört», sagt Vianney spontan zu dem jungen Missionar Monnin, als ihm mitgeteilt wir, dass sein Bett gebrannt habe. «Ich denke, jetzt bin ich doch der Ärmste in meiner Pfarrei. Alle haben ihr Bett, und ich habe, Gott sei Dank, keines mehr!» Als mittags wieder die Rede darauf kommt und Monnin ihn fragt, ob er auch, wie jedermann in Ars, glaubt, dass der Teufel der Brandstifter war, erklärt er unbeeindruckt: «Das ist doch klar, Freund! Da er den Mann nicht verbrennen konnte, wollte er sich wenigstens das Vergnügen machen, sein Bett zu verbrennen.»

35 Jahre lang dauern diese dämonischen Belästigungen. Sie kosten den Mann Gottes unendliche Geduld, bringen ihm aber auch Sieg und Triumph über die Hölle und ihren Fürsten. «Was lässt du mich leiden!» knirscht dieser durch den Mund von Besessenen. «Wären drei wie du auf Erden, wäre mein Reich zerstört … Du hast mir 80.000 Seelen entrissen…!» Erst in den letzten vier Jahren seines Lebens lassen die dämonischen Verfolgungen merklich nach. Der Teufel kommt nicht mehr in der Nacht, dafür zerreißt jetzt ein trockener Husten die Brust des Heiligen und hindert ihn am Schlaf. Der Grappin ist aber boshaft genug, hin und wieder die kurze Mittagsruhe zu stören, die sich Vianney nun notgedrungen gönnen muss, da er in der Nacht nicht mehr schlafen kann. In den letzten sechs Monaten wagt er es überhaupt nicht mehr, wiederzukommen, auch nicht in der Todesstunde. *)

*) Zu den Machenschaften Satans gehört auch der Spiritismus in allen seien Formen. Er stand um die Mitte des 19. Jahrhunderts in Frankreich in hoher Blüte, besonders in den gehobenen Gesellschaftskreisen. Das «Tischrücken» war in den Salons gang und gäbe. So fragte man eine Besessene, die auf dem Dorfplatz in Ars die Vorübergehenden beschimpfte: «Wer lässt denn die Tische reden und sich drehen?» Diese darauf selbstsicher: «Ich, das ist alles mein Werk.» - «Diesmal», sagte Vianney, «hat, der alte Lügner die Wahrheit gesagt.»

Graf Jules de Maubon, ein Freund und Beichtkind des Heiligen, der in der Gegend Besitztümer hatte, aber zeitweise in Paris wohnte, suchte diesen, soeben von Paris kommend, in seiner Pfarrei auf. Vianney stand gerade in der Kirchentür, als der Graf in Ars ankam. Er ging schnurstracks auf den Pfarrer zu und streckte ihm freundlich lächelnd die Hand zum Gruß entgegen. Doch o Schreck! Vianney erwiderte nicht einmal den Gruß, sondern befahl ihm mit gebieterischer Geste und durchdringendem Blick: «Bleiben sie stehen, Julius! Sie haben vorgestern mit dem Teufel Umgang gehabt! Kommen Sie zur Beichte Der Graf hatte sich tatsächlich an diesem Abend von Verwandten in Paris zum «Tischrücken» verleiten lassen. – Einige Zeit später wurde der Graf in einem anderen Pariser Salon wieder zu einer spiritistischen Sitzung eingeladen. Er lehnte ab, blieb aber im Nebenraum und stellte sich innerlich mit ganzer Willenskraft gegen das teuflische Spiel. Der Tisch widerstand unerwartet, so dass das Medium gestehen musste: «Ich begreife das nicht. Hier muss eine höhere Kraft am Werk sein, die unsere Bemühungen lähmt.»

 

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- Don Boscos Visionen über die Hölle >

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- Maria v. Agreda - Engelssturz (Satans Verfolgung der Menschheit) >

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Wie beichte ich richtig?