|
Die Toten haben das «Lichtwesen» gesehen
Jenseitsberichte
Dr. Raymond A. Moody veröffentlicht Erfahrungsberichte von 150 Menschen, die klinisch tot gewesen waren, dann aber doch weiterlebten, und nun von ihren Erfahrungen jenseits der Grenze berichten
(Von Dr. Raymond A. Moody)
Aus dem Buch: «Moody / Leben nach dem Tod» (Seite 65 - 71)
ISBN 3-499-60921-5 Rowohlt Taschenbuch Verlag
Das Lichtwesen
Das wohl erstaunlichste Element, das in den Berichten, die ich durchgearbeitet habe, immer wieder auftauchte und das mit Sicherheit den tiefsten Eindruck hinterließ, ist die Begegnung mit einem sehr hellen Licht. Bei seinem ersten Auftreten ist es in der Regel matt, worauf es seine Helligkeit jedoch sehr rasch bis zu überirdischer Leuchtkraft seigert. Trotz der unbeschreiblichen Helligkeit dieses Lichtes (das gewöhnlich als «weiß» oder «klar» bezeichnet wird) greift es die Augen in keiner Weise an, wie viele eigens betonen; es blendet nicht, noch hindert es daran, andere Dinge in der Umgebung wahrzunehmen (vielleicht deshalb, weil die Betroffenen zu diesem Zeitpunkt keine physischen «Augen» mehr haben, die geblendet werden könnten).
Ungeachtet seiner ungewöhnlichen Erscheinungsform hat keiner der Beteiligten auch nur den leisesten Zweifel daran geäußert, dass dieses Licht ein lebendes Wesen sei, ein Lichtwesen. Und nicht nur das; es hat personalen Charakter und besitzt unverkennbar persönliches Gepräge. Unbeschreibliche Liebe und Wärme strömen dem Sterbenden von diesem Wesen her zu. Er fühlt sich davon vollkommen umschlossen und ganz darin aufgenommen, und in der Gegenwart dieses Wesens empfindet er vollkommene Bejahung und Geborgenheit. Er fühlt eine unwiderstehliche, gleichsam magnetische Anziehungskraft von ihm ausgehen. Er wird unausweichlich zu ihm hingezogen.
Ohne die geringsten Abweichungen wird das Lichtwesen stets auf die oben angeführte Weise beschrieben. Interessanterweise wird es jedoch von Fall zu Fall und offenbar je nach dem besonderen religiösen Hintergrund, der jeweiligen Erziehung und religiösen Überzeugung des Betreffenden anders benannt. So identifiziert die Mehrzahl derer, die von ihrer Erziehung und Überzeugung her Christen sind, dieses Licht mit CHRISTUS, wobei sie gelegentlich Parallelen zur Bibel ziehen, um ihre Deutung zu untermauern. Ein Jude und eine Jüdin sahen in dem Licht einen «Engel». In beiden Fällen steht jedoch außer Frage, dass die Betreffenden damit keineswegs andeuten wollen, dass das Wesen Flügel habe, Harfe spiele oder gar von menschlicher Gestallt und Erscheinung sei; sie sprachen allein von dem Licht. Wie jeder von ihnen auszudrücken versuchte, hielten sie das Licht für einen Abgesandten oder Führer.
Ein Mann, der von seinem Erlebnis keinerlei religiöse Überzeugung oder Unterweisung gehabt hatte, nannte das, was er gesehen hatte, ohne Umschweife «ein Lichtwesen». Zu derselben Bezeichnung griff auch eine Frau christlichen Glaubens, die offenbar keinerlei Notwendigkeit sah, das Licht «Christus» zu nennen.
Kurz nach seinem Erscheinen beginnt das Wesen, mit dem Sterbenden Verbindung aufzunehmen. Bemerkenswerterweise läuft die Verständigung dabei analog dem früher erwähnten direkten «Auffangen der Gedanken» ab, durch das ein Mensch in seinem spirituellen Leib sich mit seiner Umgebung verständigen kann. Denn auch hier bestehen die Befragten darauf, weder eine von dem Wesen kommende Stimme oder sonstige Laute gehört noch ihm ihrerseits auf akustischem Wege geantwortet zu haben. Vielmehr heißt es, dass dabei direkte, ungehinderte Gedankenübertragung stattfinde, und zwar auf eine so klare Weise, dass sowohl Missverständnisse als auch jegliches Lügen dem Licht gegenüber von vornherein ausgeschlossen seinen.
Obwohl sich dieser ungehemmte Austausch noch nicht einmal in der Muttersprache des betreffenden Menschen vollzieht, ist dieser sich über den Sinn des Gesagten dennoch augenblicklich und vollständig im klaren. Die Gedanken und Gespräche, die abliefen, während er sich an der Schwelle des Todes befand, kann er nicht ohne weiteres in die menschliche Sprache übersetzen, der er sich nach seiner Wiederbelebung nun erneut bedienen muss.
Wenn wir die nächste Phase der Erlebnisse betrachten, wird die Schwierigkeit des Übersetzens aus dieser ungesprochenen Sprache sofort deutlich. Fast unverzüglich richtet das Wesen einen bestimmten Gedanken an den Menschen, in dessen Dasein es so unvermittelt eingetreten ist. Die Personen, mit denen ich gesprochen habe, versuchten zumeist, diesen Gedanken als Frage zu formulieren. Dabei sind mir folgende Übersetzungen gegeben worden: «Bist du darauf vorbereitet zu sterben?», «Bist du bereit zu sterben?», «Was hast du in deinem Leben getan, das du MIR jetzt vorweisen kannst?» und «Was hast du mit deinem Leben angefangen, das bestehen kann?» Auf den ersten Blick scheint es Sinnunterschiede zu geben zwischen den ersten beiden Formulierungen, die auf das «VORBEREITETSEIN» abheben, und dem zweiten Paar mit seiner Betonung des «ERREICHTEN». Meine Ansicht, dass dennoch im Grunde mit allen Visionen dasselbe ausgesagt werden soll, stützt sich vor allem auf den Bericht einer Frau, die es so ausdrückte:
«Die ersten Worte des Wesens an mich waren – es fragte mich gewissermaßen, ob ich bereit sei zu sterben und was ich im Leben getan hätte, das ich IHM jetzt vorweisen wollte.»
Ferner zeigt sich bei einigem Nachforschen, dass «die Frage» auch im Falle abweichender Formulierung nichts von ihrer Eindringlichkeit einbüßt. So berichtete mir etwa ein Mann:
«Als ich ‹tot› war, stellte mir die Stimme eine Frage: ‹Ist dein Leben es auch wert?› Was sie meinte, war: Ob mir das Leben, das ich bis jetzt geführt hatte, im Lichte dessen, was ich jetzt wusste, immer noch lohnend erscheine.»
Nebenbei bemerkt versichern alle Beteiligten, dass diese Frage, so tiefgehend ihre elementare gefühlsmäßige Wirkung auch sein mag, keinesfalls vorwurfsvoll gestellt wird. Das Wesen, so berichten sie einmütig, richtet die Frage keinesfalls anklagend oder drohend an sie, denn – gleichgültig, wie auch immer ihre Antwort ausfallen mag – fühlen sie doch nach wie vor dieselbe uneingeschränkte Liebe und die Bejahung von ihm ausgehen. Der Sinn der Frage scheint vielmehr darin zu liegen, sie dazu anzuregen, ihr Leben offen und ehrlich zu durchdenken. Es ist, wenn man will, eine sokratische Frage, die nicht um der vordergründigen Antwort willen gestellt wird, sondern um dem Gefragten zu helfen, selber auf dem Weg zur Wahrheit voranzuschreiten. Wenden wir uns nun einigen Berichten zu, in denen die Beteiligten selbst über dieses überirdische Wesen Auskunft geben.
1. «Ich hörte die Ärzte noch sagen, ich sei tot – und von jenem Augenblick an hatte ich dann das Gefühl, durch Finsternis, eine Art eingegrenzten Raum, zu fallen oder eher vielleicht zu schweben. Das kann man nicht richtig beschreiben. Es war alles pechschwarz, nur ganz weit in der Ferne konnte ich dieses Licht sehen, dieses unglaublich helle Licht. Am Anfang schien es nicht sonderlich groß zu sein, doch wuchs es immer mehr an, je näher ich kam.
Ich versuchte, mich zu diesem Licht dahinten hinzubewegen, weil ich glaubte, dass es CHRISTUS war; Ich gab mir alle Mühe, diesen Punkt zu erreichen. Das Erlebnis machte mir keine Angst – es war eher freudig. Da ich Christ bin, hatte ich das Licht nämlich sofort mit CHRISTUS in Verbindung gebracht, der ja gesagt hat: ‹Ich bin das LICHT der Welt.› Ich meinte zu mir selbst: ‹Wenn es jetzt soweit ist, wenn ich jetzt sterben muss, dann weiß ich, wer da am Ausgang in jenem Licht auf mich wartet.›»
2. «Ich war aufgestanden und durch die Diele gegangen, um mir etwas zu trinken zu holen, und dabei muss dann mein Blinddarm geplatzt sein, wie man später feststellte. Ich bekam einen Schwächeanfall und fiel zu Boden. Da überkam mich auf einmal das Gefühl zu schweben, mich mit meinem wahren Sein aus meinem Körper hinaus- und wieder hineinzubewegen, und zugleich hörte ich wunderbare Musik. Ich schwebte die Diele hinunter und zur Tür hinaus, auf die mit einem Gitter umgebene Veranda. Da schien mir fast, als ob sich auf einmal ein Wölkchen oder, besser gesagt, ein rötlicher Nebel um mich erhob, und dann schwebte ich geradewegs durch das Gitter, so als ob es überhaupt nicht vorhanden wäre, und weiter hinauf in dieses reine, kristallklare Licht – ein leuchtendweißes Licht. Es war wunderschön und so hell, so strahlend, aber es tat den Augen nicht weh. So ein Licht kann man hier auf Erden überhaupt nicht beschreiben. Ich sah das Licht eigentlich nicht als Person an, aber es hat doch unzweifelhaft eine persönliche Individualität. Es ist ein Licht höchsten Verstehens und vollkommener liebe.
Da erreichte der Gedanke mein Bewusstsein: ‹Liebst du mich?› Er kam nicht ausdrücklich in Form einer Frage, aber ich glaube doch, dass das Wesen damit zugleich sagen wollte: ‹Wenn du mich wirklich liebst, dann geh zurück und vollende, was du in deinem Leben begonnen hast.› Währenddessen fühlte ich mich die ganze Zeit in überwältigende Liebe und BARMHERZIGKEIT eingehüllt.»
3. «Ich wusste, dass ich starb und dass es nichts gab, was ich dagegen hätte tun können, weil mich doch keiner mehr hörte … Ich befand mich außerhalb meines Körpers, ganz ohne Zweifel. Ich konnte ihn da auf dem Operationstisch liegen sehen. Meine SEELE war ausgetreten! Zunächst drückte mich all das furchtbar nieder, aber dann erschien dieses gewaltig helle Licht. Am Anfang war es wohl ein bisschen matt, aber dann schwoll es zu einem Riesenstrahl – es war einfach eine enorme Lichtfülle, mit einem großen hellen Scheinwerfer überhaupt nicht zu vergleichen, wirklich ungeheuer viel Licht. Außerdem strahlte es Wärme aus; ich konnte sie deutlich spüren.
Das Licht war von einem hellen, gelblichen Weiß, jedoch mehr zum Weißen hin. Es war außerordentlich hell, einfach unbeschreiblich. Obwohl es alles zu bedecken schien, konnte ich doch meine ganze Umgebung deutlich erkennen – den Operationssaal, die Ärzte und Schwestern, wirklich alles. Ich konnte deutlich sehen. Es blendete überhaupt nicht.
Als das Licht erschien, wusste ich zuerst nicht, was vorging. Aber dann – fragte es mich irgendwie, ob ich bereit sei zu sterben. Es war, als spräche ich mit einem MENSCHEN – nur dass eben kein Mensch da war. Es war wahrhaftig das Licht, das mit mir sprach, und zwar mit einer STIMME.
Inzwischen glaube ich, dass die Stimme, die mit mir gesprochen hatte, tatsächlich merkte, dass ich noch nicht zum Sterben bereit war. Wissen Sie, es ging ihm wohl vor allem darum, mich zu PRÜFEN. Dennoch habe ich mich von dem Augenblick an, in dem das Licht mit mir zu sprechen begann, unendlich wohl gefühlt, geborgen und geliebt. Die Liebe, die es ausströmte ist einfach unvorstellbar, überhaupt nicht zu beschreiben. Es war ein Vergnügen, sich in seiner Nähe auszuhalten, und es war auch humorvoll auf seine Art, ganz gewiss!»
- Inhaltsverzeichnis >
- Die Höllenvision der drei Kinder von Fatima >
- Die Barmherzigkeitsbotschaft - Christus ruft die Sünder zurück! >
- Was lehrt die Kirche über Hölle und Verdammte? >
- Satanismus: Menschenopfer an Weihnachten... >
- Das Jüngste Gericht von Peter Paul Rubens (Bildmeditation) >
- Start >
- Home >
Wie beichte ich richtig?
|