DAS BUCH DES LEBENS

HIC SAPIENTIA EST : QUI HABET INTELLECTUM COMPUTET NUMERUM BESTIAE NUMERUS ENIM HOMINIS EST ET NUMERUS EIUS EST SESCENTI SEXAGINTA SEX

SANCTA ECCLESIA CATHOLICA

 

Das „Buch des Lebens“

 

Die kolumbianische Zahnärztin Frau Dr. Gloria Polo Ortiz hat eine Nahtoderfahrung nachdem Sie von einem Blitz getroffen wurde und erlebt ihr eigenes Gericht

 

703 Und nach dieser Analyse meines Lebens nach den Bestimmungen der 10 (zehn) Gebote GOTTES, wurde mir der Einblick in mein „Buch des Lebens“ gewährt. Es war ein wundervoller Augenblick. Mir fehlen einfach die Worte, um dieses „BUCH DES LEBENS“ angemessen beschreiben zu können.

704 Es begann mit meiner Empfängnis. Sobald die Zellen meiner Eltern zusammen gekommen waren, gab es „ZAS!“ einen Funken. Eine kleine, wunderschöne Lichtexplosion, und es bildete sich daraus eine Seele, meine eigene Seele, ganz behütet in den Händen GOTT VATERS – und ich sah so einen liebevollen und zärtlichen Papa in GOTT, dem VATER.

705 Vierundzwanzig (24) Stunden am Tag war er mit mir, er führte mich an SEINER Hand, beschützte mich, war immer um mich besorgt und hinter mir her. ER ließ mich nicht aus SEINEN Augen und nie allein.

706 Und alles, was mir im ersten Augenblick wie eine Strafe oder ein großes Missgeschick vorkam, war nichts anderes als ein Ausdruck SEINER LIEBE und seiner Besorgnis um mich.

707 Denn ER blickte nicht auf mein Äußeres und schaute nicht auf meinen wohl geformten Körper. NEIN, ER schaute in mein Innerstes, ER er forschte meine Seele und sah dabei, wie ich langsam, aber sicher von SEINEM WEG abkam und wie ich SEINE Rettung und Erlösung ausschlug.

707 Und so erlebte ich viele Situationen meines verflossenen Lebens bei der Schau in mein „BUCH des LEBENS“ in ihrem Zusammenhang und sah die jeweiligen Folgen meines Handelns und der Entscheidungen meines freien Willens. Zum besseren Verständnis will ich Ihnen ein Beispiel dafür erzählen, das aufzeigt, wie wunder- schön so ein „BUCH des LEBENS“ ist.

708 Ich war in meinem Leben sehr falsch und heuchlerisch. So sagte ich oft zu meinen Bekannten – oder auch Freundinnen – mit schmeichelnder Stimme: „Huy! Schau mal an, wie wunderschön kommst Du heute daher. Dieses Dein Kleid ist einfach prächtig, und es steht Dir so gut! Wie hübsch schaust Du darin nur aus!“

709 Aber im „Buch des Lebens“ sieht man ja auch, was man dabei denkt, und was im Innersten abläuft. Und da nahm ich wahr, dass ich dabei in meinem Herzen zu mir sagte: „Pfui! Was für ein grausliches Aussehen, und dabei glaubt sie ja auch noch, sie wäre eine Schönheits-Königin!“

710 Sehen Sie, das waren dabei meine Gedanken in meinem geheimen Inneren. In diesem „Buch des Lebens“ sieht und hört man wie in einem Film diese Geschehnisse, und so sah und hörte ich auch alles genauso, wie ich es damals im meinem Leben auch hörbar gesagt hatte, mit dem einzigen Unterschied, dass ich auch meine Gedanken sehen und vernehmen konnte.

711 Es war wie eine Zwei-Kanal-Ton-Verfilmung in verschiedenen Sprachen oder wie ein Film mit Untertiteln. Ein Tonkanal brachte genau das, was ich mit meiner Zunge und mit Scheinheiligkeit von mir gab, und der andere Tonkanal ließ mich meine Gedanken, die ich gleichzeitig hatte, hören und lesen, und ich konnte den Zustand meiner Seele, mein Inneres dabei auch sehen.

712 Sie würden selbst an ein technisches Wunderding denken, wenn sie so etwas über ihre Aussprüche oder über Situationen Ihres eigenen Lebens miterleben würden. Es ist einfach überwältigend!

713 Und so sah ich die innere Wirklichkeit meines Lebens. Alle meine Lügereien lagen ganz offen da, sie brodelten wie in einem Kochtopf ohne Deckel, sie waren nackt und ohne Beschönigung, wahrnehmbar für jeden.

714  Die ganze Welt konnte sie sehen. Sie waren quicklebendig und deckten ihre eigenen Schandtaten auf. Meine Mutter, wie oft habe ich sie übers Ohr gehauen und bin sie ganz gemein hintergangen. Oft erlaubte sie mir nämlich zu Recht nicht, auszugehen und mich mit meinen „schlechten“ Freunden zu treffen.

715 Aber mit der Bemerkung: „Mami, ich hab jetzt noch eine Gruppenarbeit in der Schulbibliothek!“ war ich flugs auch schon weg. Und meine Mutter hat die „Kröte“ geschluckt und mir die schnelle Lüge abgenommen.

716 Wie oft habe ich mir mit solchen Lügen selbst die Zeit gestohlen, bin um die Häuser gezogen, habe mir pornographische Filme angesehen oder bin in eine Bar gegangen, um mit meinen „Freundinnen“ Bier zu saufen.

717 Und nun sah auch meine Mutter dies alles in meinem für alle offen da liegenden „Buch des Lebens“. Es ist ihr nichts entgangen.

718 Noch ein weiteres Beispiel dafür, was ich in diesem „Buch des Lebens“ gesehen habe. Meine Eltern gaben mir immer Bananen als Essen für die Mittagspause in meine Schule mit.

719 In jener Zeit lebten wir ja in sehr ärmlichen Verhältnissen, so dass mein Jausen-Paket meist eben nur aus Bananen, hin und wieder einem Brötchen und Milch zusammengesetzt war. Ich aß oft schon auf dem Schulweg meine Bananen und warf die Bananenschalen einfach überall ohne weiter Nachzudenken weg - egal, wo ich gerade ging.

720 Es wäre mir nie in den Sinn gekommen, mir den Kopf darüber zu zerbrechen, was durch so eine glitschige, unachtsam weggeworfene Bananenschale alles passieren kann, welchen Schaden so etwas einem anderen Menschen zufügen kann. Und es lagen die von mir weggeworfenen Bananenschalen also einfach so herum.

721 Das überraschende und eindrucksvollste war, wie der HERRGOTT mir zeigte, was einige – natürlich nicht alle – dieser herum liegenden Schalen ausgelöst haben. Ich sah die Personen, die durch diese Bananenschalen zu Sturz kamen, und in einigen Fällen hätten diese Stürze durch den starken Verkehr sogar tödlich ausgehen können, und ich wäre dadurch noch schuldig geworden, hätte ein Menschenleben ausgelöscht.

722  Alles nur aus Gedankenlosigkeit, fehlendem Verantwortungsgefühl und fehlender Barmherzigkeit meinen Mitmenschen gegenüber.

723  So war es auch in einem anderen Fall, bei dem eine Frau an der Kassa des Supermarkts mir durch einen Irrtum von ihr selbst um ganze 4.500 Pesos zu viel herausgegeben hat. Und in diesem Zusammenhang ging ich dann auch eines der wenigen Male zur Beichte, wo ich wirklich eine aufrichtige, tiefe Reue und großen Schmerz über mein sündiges Verhalten empfand.

724 Mein Vater hat uns Kindern immer dazu ermahnt, in unserem Leben ehrenwert zu sein, und trotz der Armut die Ehre einer Person als hohes Gut zu betrachten, - vor allem auch die eigene.

725 Wir sollten uns nie am Geld eines anderen vergreifen, auch dann nicht, wenn es sich nur um wenige Cents handelte. Als also dieser Vorfall mit dem Wechselgeld passierte, bemerkte ich den Irrtum erst im Auto, als ich schon wieder auf dem Rückweg in meine Ordination war. Und ich sagte zu mir selbst: „Ha, diese blöde alte Kuh, dieses dumme Viech, hat sie mir nicht um 4.500 Pesos zu viel heraus gegeben und mich trifft es nun wieder, zu ihr zurückzufahren, um ihr das Geld zurück zu geben!“

726 Ich war schon wieder auf dem Weg zum Supermarkt, als ich in einen Riesen-Verkehrs-Stau geraten bin. Im Autoradio vernahm ich, dass rundherum alles mit im Stau stehenden Autos verstopft war.

727 Und wieder dachte ich laut und sagte zu mir selbst: „Ha! Das ist ja die Höhe. Jetzt soll ich auch noch Stunden meiner kostbaren Zeit verlieren, nur weil diese dumme Kuh zu blöd war, richtig zu rechnen. Es hat ihr ja niemand befohlen, so saudumm zu sein und sich zu verrechnen! Ich fahre jetzt einfach heim und werde ihr unter diesen Umständen das Geld gar nicht mehr zurückbringen! Nein, auf keinen Fall, sie alleine ist ja schuld daran.“

728 Aber es blieben mir trotz meiner Ausreden Gewissensbisse über diesen Vor fall mit dem Wechselgeld. Und weil mein Papa eben das Fundament der Ehrenhaftigkeit so of t und so deutlich betont, und damit auch in meinem Charakter verfestigt hatte, ging ich also am darauf folgenden Sonntag zur Heiligen Beichte und sagte zum Priester, der im Beichtstuhl saß: „Hochwürdiger Pater, ich habe gesündigt, weil ich mir 4.500 Pesos angeeignet habe, da ich diesen Betrag einer Frau, der das Geld eigentlich gehörte, nicht mehr zurückgegeben habe.“

729 Ich habe dann gar nicht mehr acht gegeben, was mir der Beichtvater dazu gesagt oder mich darüber belehrt hat.

730 Und als ich diese Szene im „Buch des Lebens“ sah, müssen Sie wissen, dass der Böse, der Teufel, mir wirklich diese Sünde nicht mehr ankreiden und mich nicht als Diebin hinstellen konnte, denn ich hatte sie ja gebeichtet. Aber  ich werde Ihnen jetzt erzählen, was der HERRGOTT darüber zu mir sagte: „Diese fehlende Nächstenliebe, die Du hier an den Tag gelegt hast, als Du keine Wiedergutmachung Deiner Sünde geleistet hast, ist auch nicht in Ordnung. Die 4.500 Pesos waren für Dich zwar eine Kleinigkeit, - denn Du hast solche Beträge täglich beim Fenster hinausgeworfen für Blödsinniges, das Du unbedingt haben wolltest, - aber für diese arme Frau mit Mindestlohn, die halbtags noch arbeiten und ihre Kinder allein zurücklassen musste, um überhaupt über die Runden zu kommen, - für sie waren diese 4.500 Pesos der Lebensunterhalt für ganze drei Tage, ihr Kapital für das Essen und Trinken der ganzen Familie für diese drei Tage.“

731 Und wissen Sie, was das Schlimmste und am meisten Beeindruckende dabei war, wie mir der HERR diese Szene sehen ließ:

732 Ich konnte nämlich mit eigenen Augen sehen, wie diese Frau mit ihren Kindern wirklich darunter zu leiden hatte, und wie diese Familie einige Tage echten Hunger zu ertragen hatte.

733 Alles nur durch meine Schuld. Folgen meiner Sünde. Diese Frau erduldete dies alles mit ihren kleinen Kindern und musste zusätzlich noch Angst haben, ihre Arbeitsstelle an der Supermarktkassa zu verlieren.

734 Denn so weist unser HERRGOTT im „Buch des Lebens“ auf unser Verhalten hin. Er zeigt uns, wann wir etwas getan haben, wer unter dieser unserer Tat zu leiden hatte, wer die Folgen zu tragen hatte, zu welchen Taten der in Mitleidenschaft gezogene Mitmensch dadurch angestiftete wurde, und wie derjenige sich danach verhalten oder was er dann getan hat.

 

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