|
Besessene in der Heiligen Stadt Rom
Exorzisten berichten über steigende Zahlen jener, die ihre Hilfe brauchen
Von Giovanni Cicconi
Aus dem Buch: «Der Exorzismus der Kirche unter Beschuss»
von Elisabeth Becker (Seite 146 – 147)
ISBN 3-7171-0991-X Christiana-Verlag
Bestellmöglichkeit Tel.: 08671 – 12015 / Altötting
Spiritistische Sitzungen und satanische Sekten haben Zulauf, selbsternannte Magier und zwielichtige Kartenleger erleben in Italien und vor allem in Rom Hochkonjunktur und machen das große Geschäft. Ist in der «Heiligen Stadt» der Teufel los? Die katholischen Exorzisten haben in einem Brief an die Bischöfe des Landes ALARM geschlagen: Seit fünfzehn Jahren, so heißt es in einem Schreiben, steigt die Zahl von Fällen wirklicher oder angebliche Besessenheit. Und zu den Auslösern und den «Medien» gehören für die kirchlichen Teufelsaustreiber auch bestimmte Formen von Rock-Musik. [siehe auch auf dieser Website «Die Geburt des Okkultrock»]
Am Rand der Pop-Szene habe sich in den letzten Jahren ein «SATANISCHER-ROCK» mit offenen oder unterschwelligen teuflischen Botschaften und Ritualen entwickelt. Diese Musik fördere Formen von Besessenheit, erklärte Pater Gabriele Amorth. Er ist einer von fünf offiziellen Exorzisten, die die Diözese Rom für Beobachtung und Betreuung von solchen psychischen Phänomenen eingesetzt hat, wo neben dem Arzt und dem Psychiater auch der Priester gefragt ist. Pater Amorth hat nach eigenen Angaben bereits zwanzigtausend Fälle von Besessenheit behandelt, darunter 74 ernste. «Im Prinzip braucht man für jede Pfarrei einen eigenen Exorzisten», meint er zum Aufwind der okkulten Szene.
Besonders anfällig seien junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren, aber auch Erwachsene im Alter von 40 bis 45, meint sein Kollege Pater Vincenzo Taraborelli. Auch er hat keinen Zweifel über die Risiko-Faktoren, die zu Besessenheit führen können. «Wenn junge Menschen in Diskotheken bei voller Lautstärke und aufpeitschenden Rhythmen satanischen Rock mit diabolischen Botschaften hören», leiste das in bestimmten Fällen und bei einer Disposition der Besessenheit Vorschub.
Allerdings hält sich die katholische Kirche nach unangenehmen Erfahrungen der Vergangenheit bei Diagnosen über Besessenheit zurück [siehe auch auf dieser Website: Das Urteil des Landgerichtes Aschaffenburg im Besessenheits-Fall der Anneliese Michel aus Klingenberg] und legt sowohl bei der Auswahl ihrer Exorzisten als auch der Anwendung des Rituals der Teufelsaustreibung strenge Maßstäbe an. Denn der Teufel existiert zwar nach kirchlicher Auffassung und treibt auch sein Unwesen in der Welt, aber wer bei unerklärlichen Phänomenen vorschnell Besessenheit erkennt und nicht den Arzt oder den Psychiater ruft, muss sich eventuell unterlassene Hilfeleistung vorhalten lassen.
Würzburg, Deutsche Tagespost 19.9.1992
Letzte Meldung aus Rom
Vatikan: Exorzistenpriester empfängt 40 «Besessene» am Tag
Vatikanstadt, 29.3.1995 (KNA) Rund 40 «Besessene» pro Tag empfängt Pater Davide Falcioni (82) in seinem Büro im Vatikan. Falcioni erklärte am Mittwoch gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Rom, er sei vor einem Jahr vom Generalvikar für die Vatikanstadt, Kardinal Virgilio Noe, zur Durchführung von Exorzismen berufen worden. Die Hilfesuchenden kämen aus römischen Pfarreien und aus der weiteren Umgebung von Rom. Trotz seines hohen Alters mache er auch immer noch Hausbesuche, erzählte der Priester. Falcioni ist als Verfasser spiritueller Schriften bekannt und war 30 Jahre Seelsorger der vatikanischen «Pfarrkirche» St. Anna.
(KNA – 5544 – 30.3.1995)
- Inhaltsverzeichnis >
- Pater Pio, der Heilige mit den Wundmalen Christi >
- Was lehrt die Kirche über Hölle und Verdammte? >
- Aus den Wasserhähnen floss Menschenblut... >
- Satanismus: Vier Jahre Hölle und zurück >
- Der finstere Bereich des Okkultismus in der Rockszene... >
- Start >
- Home >
Wie beichte ich richtig?
|