|
26.
Alle tugendhaften und vollkommenen Frauen habe ich genau verfolgt, um unsere Feindin (Maria) zu finden,
die wir im Himmel kennen gelernt haben. Keine Anzeichen künden mir, dass sie geboren ist. Keine von allen Frauen hat jene Eigenschaften, die die Mutter des Messias nach meinem Urteil haben müsste. Ein Mädchen, das ich wegen seiner hohen Tugenden fürchtete und im Tempel verfolgte, ist bereits verheiratet. Sie kann also die Gesuchte nicht sein, denn Isaias hat gesagt, dass sie Jungfrau sein werde. Trotzdem fürchte und hasse ich sie.
Da sie tugendhaft ist, könnte von ihr die Mutter des Messias oder ein großer Prophet geboren werden. Bis jetzt konnte ich sie noch nie überwinden, und ich verstehe von ihrem Leben weniger als von dem der anderen. Sie hat mir immer unüberwindlichen Widerstand geleistet. Sie schwindet mir leicht aus dem Gedächtnis, und wenn ich mich ihrer erinnere, so kann ich ihr nicht recht nahe kommen. Ich weiß nicht, ob diese Vergesslichkeit geheimnisvoll ist, oder ob sie von der Verachtung kommt, die ich gegen ein armseliges Weib hege. Ich werde darüber nachdenken.
In diesen Tagen hat sie mir zweimal Befehle erteilt. Wir konnten der Gewalt der Hoheit nicht widerstehen, mit der sie uns aus jenen von uns besessenen Personen vertrieb. Das ist aller Beachtung wert, und wegen eines solchen Auftretens gegen mich verdient sie meinen Zorn. Ich beschließe also, sie zu verfolgen und zu unterwerfen. Ihr werdet mich mit allen euren Kräften und eurer ganzen Verschlagenheit unterstützen. Wer sich in diesem Kampf auszeichnet, wird von meiner großen Macht bedeutende Belohnung erhalten.“
Die aufmerksamen höllischen Rotten lobten und billigten Luzifers Pläne. Sie sagten, er möge nicht fürchten, dass seine Triumphe durch jenes Weib zerstört oder vermindert würden, da seine Macht so groß und ihm beinahe die ganze Welt unterworfen sei.
- Weiter zur nächsten Seite >
- Zurück zum Inhaltsverzeichnis Maria v. Agreda >
- Zurück zum allgemeinen Inhaltsverzeichnis >
Wie beichte ich richtig?
|